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Meerbusch: Der Hotel-Kompromiss

Meerbusch : Der Hotel-Kompromiss

Beinahe wäre an dem geplanten Hotel auf dem Gelände von Haus Meer die schwarz-grüne Ratsmehrheit zerbrochen. Gestern reichten beide Fraktionen nun einen gemeinsamen Rats-Antrag zum Hotel ein.

Büderich Die CDU-Fraktion wird ihren ursprünglichen Rats-Antrag zurückziehen, der den Weg freimachen sollte für den Bau eines Luxushotels auf dem Gelände von Haus Meer. Stattdessen soll der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung am 25. Oktober einen gemeinsamen Antrag von CDU und Grünen verabschieden. Dieser Antrag verfolgt dasselbe Ziel, enthält aber auch eine elf Punkte umfassende Liste mit "Rahmenbedingungen", an die sich der Investor halten muss. Unter dieser Voraussetzung bekennen sich nun nach CDU, SPD und UWG auch die Grünen zu der Idee, ein Hotel im Gesamtdenkmal Haus Meer anzusiedeln.

An dem von der CDU eingebrachten Antrag wäre beinahe die Kooperation von Christdemokraten und Grünen im Stadtrat zerbrochen. "Mit dem jetzigen gemeinsamen Antrag haben wir, wenn auch in durchaus anstrengenden Gesprächen, zu einer für beide Seiten tragbaren Lösung zurückgefunden", sagt der grüne Fraktionsvorsitzende Jürgen Peters. "Der jetzige Antrag stellt einen guten Kompromiss zwischen den Ansprüchen des Denkmalschutzes, dem Naturschutz, und den Anforderungen an eine wirtschaftlich vertretbare Lösung dar."

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Bereits der CDU-Antrag hatte vorgesehen, dass der Investor den Park für die Öffentlichkeit zugänglich machen muss, den Denkmal- und Naturschutz beachtet und Gelder für Sicherung und Restaurierung der Denkmäler bereitstellt. Die Grünen haben sich nun mit weiteren Konkretisierungen eingebracht. Manche Bedingungen wird der Investor problemlos erfüllen — so fordern die Grünen, dass der 50 000 Quadratmeter große Park der Stadt Meerbusch übertragen wird. Das hatte Grundstückseigentümer Roland Agne bereits in der jüngsten Sitzung des Planungsausschusses zugesagt. Andere waren bereits im Antrag der CDU enthalten, beispielsweise, dass sich der Investor an der Wiederherstellung bzw. Sanierung des Gesamtdenkmals beteiligen soll.

Neu ist nun, dass der Investor eine alternative Verteilung des Bauvolumens prüfen muss. "Varianten wären eine höhere Geschossigkeit und eventuell die Nutzung des Bereichs der ehemaligen Kirche und des Westflügels (dort mit niedrigerer Geschosshöhe)", heißt es jetzt in dem Antrag. Ebenfalls konkret ist in dem Antrag nun geregelt, wie die Stadt das Denkmal pflegen soll: Der Park soll einem noch zu gründenden gemeinnützigen Verein übertragen werden, der die Denkmale Teehäuschen, Eiskeller und Immunitätsmauer nach und nach wiederherstellt. Im Park soll es Kinovorführungen und Konzerte geben, deren Einnahmen dem Verein zu gute kommen.

(RP/ac)