Meerbusch: Ameisen zerstören Radweg am Rhein

Meerbusch : Ameisen zerstören Radweg am Rhein

In Höhe der A44-Brücke haben Ameisen am Rand des Radwegs Sand abgetragen. Eine Sanierung würde sechsstellige Kosten verursachen.

Wenn man es genau nimmt, sind Ameisen nützliche Insekten. Mit ihren weitläufigen Gängen lockern sie den Erdboden auf und fördern damit das Wachstum der Pflanzen. Unter ihnen gibt es Jäger, Sammler und Räuber — einige Völker halten sich sogar andere Ameisen als Sklaven. Und: Jedes Volk hat eine Königin. Gleich mehrere Völker mit ihren Königinnen haben nun offenbar Gefallen am Radweg auf den Rheindeich gefunden.

"Wir beobachten seit einigen Monaten, dass Ameisen den Sand unter den Pflastersteinen abtragen", sagte Wolfgang Trapp, Leiter des Fachbereiche Straßen, nun im Bauausschuss. Die Schäden sind deutlich zu sehen auf dem Radweg in Höhe der A44-Rheinbrücke. Der Sandverlust hat deutlich sichtbare Auswirkungen. Auf beiden Seiten des Radwegs lösen sich die Pflastersteine und sind locker. Bürger hatten das der FDP-Fraktion mitgeteilt, die das Thema unter dem Punkt "Verschiedenes" auf die Tagesordnung des Bauausschusses brachte.

Wolfgang Trapp ist das Problem bekannt. An jeder Seite des Radwegs sind etwa 30 Zentimeter Steine betroffen. "Sowas habe ich in all den Jahren noch erlebt", sagt Trapp. Warum die Ameisen genau an diesen Stellen den Sand abgraben, ist ihm nicht bekannt. Der Radweg ist erst im Jahr 2002 neu erstellt worden. Nach gerade mal elf Jahren Nutzung könnte nun in den kommenden Jahren eine Sanierung des knapp zwei Kilometer langen Radwegs anstehen. "Noch ist es nicht gefährlich für Radfahrer, aber wir müssen das natürlich im Auge behalten", sagt Trapp. Die Ameisen in irgendeiner Art und Weise vertreiben — das ist offenbar nicht möglich. Sollte der Radweg saniert werden müssen, dann kommen Kosten "im sechsstelligen Bereich" auf die Stadt zu, schätzt Trapp.

Das Problem: Die von den Ameisen abgetragene Sandschicht unter dem Pflaster müsste durch Split ersetzt werden. Den könnten die Ameisen dann nicht mehr abtragen. Aber: Die Stadt müsste durchrechnen, ob es sich lohnt, bei einer Sanierung die alten Steine wieder zu verwenden. Sie müssten heraus genommen, gereinigt, neben dem Radweg gestapelt und dann wieder eingesetzt werden. Unter Umständen könnte es sich rechnen, direkt neue Steine zu verwenden. Doch darüber muss man sich erst Gedanken machen, wenn wirklich saniert werden muss.

Denn eigentlich wollte Trapp im Ausschuss nur gute Nachrichten loswerden. Denn in Richtung Lörick ist nun ein 2,3 Kilometer langes Stück Radweg auf der Deichkrone fertig geworden. Damit besteht nun eine durchgängige Radwegeverbindung entlang des rund 13 Kilometer langen Meerbuscher Teils des Rheindeichs.

Was noch fehlt, sind einige Treppenstufen, um den Deich hinaufzukommen. Die werden aber in den nächsten Tagen eingebaut, kündigte Trapp an.

(RP/url/anch/top)