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Leverkusen: Trauriger Abriss

Leverkusen : Trauriger Abriss

Leserbrief :Betr.: Jubiläum und ein Abriss, der einfach weh tut oder einen wütend macht Fettehenne feiert sein 650-jähriges Jubiläum. Der Bürgerverein Steinbüchel gibt einen Kalender heraus mit schönen alten Bildern des Ortes, die Gesicht und Atmosphäre wiedergeben.

Leserbrief : Betr.: Jubiläum und ein Abriss, der einfach weh tut oder einen wütend macht Fettehenne feiert sein 650-jähriges Jubiläum. Der Bürgerverein Steinbüchel gibt einen Kalender heraus mit schönen alten Bildern des Ortes, die Gesicht und Atmosphäre wiedergeben.

Ein Haus, das immer und immer wieder auftaucht und auffällt ist das Nachbarhaus der Johannes-Nepomuk-Kapelle. Zuletzt "Spökes, davor "Ratsstube" davor Wohnhaus, mehr als 300 Jahre alt, älter als die benachbarte Kapelle von 1738. Beide bilden ein zumindest gefühltes Ensemble. In diesen Tagen wird das Haus abgerissen.

Von jemandem, der eine solche geschichtsträchtige, das Ortsbild prägende Immobilie erwirbt, erwartet man Geschichtsbewusstsein, Einfühlungsvermögen, Sensibilität und damit eine "Eigentumsverpflichtung", die verschönert, die mehr ausmacht als Abreißen und Gewinnerzielung. Diese Erwartungen wurden enttäuscht. Völliges Unverständnis bei den meisten Bürgern. Wie kann man so was zulassen? Jeder fragt sich, wieso stand das Haus nicht unter Denkmalschutz?

Jetzt war das wohl nicht mehr möglich, wird so sein, aber irgendwann in der Vergangenheit schon, irgendwann hat die Denkmalschutzbehörde "gepennt". Konnte man nicht wenigstens die Fassade aus Fachwerk oder Schiefer sichern oder beim Neubau integrieren?

Leverkusen hat nicht viel erhaltenswerte alte Bausubstanz. Das hier wieder ein markantes Haus verschwindet ist mehr als schade — tut einfach weh oder macht wütend. Hoffentlich respektiert die Genehmigung zum Neubau die Nachbarschaftssituation.

Rudolf Müller, Leverkusen

(RP)