Lokalsport : So lief das Leichtathletik-Wochenende

Die Athleten des TSV Bayer 04 haben als Gastgeber der Regional-Hallenmeisterschaften ebenso wie die Behindertensportler überzeugt.

Bei der Premiere der Leichtathletik-Hallenmeisterschaften der neuen Nordrhein-Region Südost haben die Athleten des gastgebenden TSV Bayer 04 Leverkusen viele Medaillen gesammelt. Auch die Behindertensportler des TSV überzeugten mit Bestleistungen und Rekordzeiten.

In der Leichtathletik-Halle in Manfort sprintete Tobias Lange die 200 Meter in 21,78 Sekunden und damit schnell wie nie unter dem Hallendach. "Eine prima Basis für mein Saisondebüt über 400 Meter am kommenden Wochenende bei den Nordrhein-Hallenmeisterschaften", sagte Lange. Sein Jahresziel ist die Teilnahme an den Europameisterschaften Anfang August in Berlin. Am zweiten der beiden Wettkampftage holte er auch den Titel über 60 Meter. Der 24-Jährige lief 6,99 Sekunden.

TSV-Stabhochspringerin Katharina Bauer überquerte 4,40 Meter auf Anhieb. Am Freitag in Potsdam und am Sonntag in Dortmund wolle sie sich weiter steigern, erklärte die 27-Jährige, deren Hallen-Bestleistung bei 4,60 Metern steht. Die Siebenkampf-Asse des TSV Bayer 04 simulierten einen imaginären Fünfkampf. Mareike Arndt, in den vergangenen beiden Jahren Deutsche Siebenkampf-Meisterin, steigerte im Kugelstoßen ihre Bestleistung auf 14,55 Meter. Vereinskollegin Anna Maiwald kam über 60 Meter Hürden in 8,57 Sekunden ins Ziel. Mareike Arndt folgte hier vier Hundertstel später und erfüllte auch die Mindestleistung für die Deutschen Hallen-Meisterschaften Mitte Februar in Dortmund. Auch im Weitsprung gelang ein Doppelsieg. Allerdings haderten Mareike Arndt (5,81 Meter) und Anna Maiwald (5,61 Meter) mit ihrem Anlauf.

Über 800 Meter landete TSV-Läuferin Rebekka Ackers in 2:09,97 Minuten weit vor dem Feld laufend einen Start-Ziel-Sieg. Bjarna Liv Lakämper hakte über 60 Meter Hürden in 9,01 Sekunden die Norm für die Deutschen Jugend-Hallenmeisterschaften Ende Februar in Halle/Saale ab. Ebenso Paulina Brems, die sich im Stabhochsprung auf 3,70 Meter steigerte.

Torben Könemund verbesserte sich im 60-Meter-Zwischenlauf der U 18 auf 7,15 Sekunden und qualifizierte sich für die Deutschen Jugend-Hallenmeisterschaften der älteren U 20. Anschließend trug er auch zum Erfolg der 4x200-Meter-Staffel der U 20 bei. Das durch Paul Wischnewski, Henri Schlund und Sven Hauck komplettierte Quartett lief in 1:31,91 Minuten zur Deutschen-Jugend-Hallenmeisterschaft. Hauck preschte als 400-Meter-Sieger der U 20 mit 50,59 Sekunden nur um 19 Hundertstel an der DM-Qualifikation vorbei.

Auch die Para-Athleten des TSV Bayer 04 präsentierten sich bei den Regional-Meisterschaften in guter Verfassung. Ihnen gelangen gleich mehrere Bestleistungen und zwei deutsche Rekorde. Bei den Wettkämpfen des Leichtathletik-Verbandes Nordrhein startete am ersten Tag überwiegend das Nachwuchs-Team.

Am zweiten Tag lief Felix Streng mit 7,19 Sekunden über 60 Meter deutsche Rekordzeit, durfte aber aufgrund der Regeln des Deutschen Leichtathletik-Verbandes nicht in dem Zwischenlauf antreten. Bereits am Tag zuvor hatte Vereinskollege Johannes Bessell über 800 Meter mit 2:10,18 Minuten nicht nur eine neue Bestzeit, sondern auch einen deutschen Rekord erreicht. Moritz Raykowski verbesserte sich im gleichen Rennen deutlich auf 2:15,26 Minuten und sprintete die 60 Meter in 8,68 Sekunden. Noah Bodelier konnte in allen Disziplinen, in denen er gemeldet war, neue persönliche Bestleistungen aufstellen: Mit der Kugel stieß er 9,88 Meter, über 60 Meter sprintete er 8,83 Sekunden und sprang 4,50 Meter weit. Ein packendes Duell lieferten sich die beiden Oberschenkelamputierten Aaron Thiekötter und Bastian Börsch: Über 60 Meter blieb Thiekötter mit 9,44 Sekunden 14 Hundertstel vorne, im Weitsprung übertrumpfte ihn Börsch mit 4,10 Metern um 41 Zentimeter. Bereits am kommenden Samstag werden anlässlich der Nordrheinhallenmeisterschaften weitere Top-Athleten in die Saison einsteigen.

Für eine Medaillenflut haben auch die Senioren des TSV Bayer 04 gesorgt. Bei den Nordrhein-Senioren-Hallenmeisterschaften in Düsseldorf feierten sie insgesamt 15 Podestplätze. Bei den Männern war Axel Dimmel mit zwei Einzelsiegen erfolgreichster Athlet. Sein weibliches Pendant war mit vier Medaillen Kristin Maybach. Im Weit- und Hochsprung stellte Axel Dimmel (M55) sein Sprungtalent unter Beweis. Mit 1,65 Meter im Hochsprung und 5,69 Meter im Weitsprung hatten seine Konkurrenten das Nachsehen - er wurde mit zwei Mal Gold belohnt. Bei den Frauen war Kristin Maybach (W45) eine Klasse für sich. Auch sie freute sich über den Sieg im Hochsprung (1,45 Meter). Im Weitsprung (4,74 Meter) und Kugelstoßen (9,50 Meter) wurde sie Vizemeisterin. Mit Rang drei über 60 Meter (8,97 Sekunden) komplettierte Maybach ihren Medaillensatz.

(sb)