Lokalsport : Der doppelte Ärger von Renate Wolf

Die TSV-Handballerinnen unterliegen den Bad Wildungen Vipers mit 19:21 und verpassen die Finalrunde des DHB-Pokals.

Die Spielerinnen der Bad Wildungen Vipers sangen und tanzten mit ihren Fans vergnügt eine "Humba Täterä" in der Ostermann-Arena. Renate Wolf war nach dem Abpfiff des DHB-Pokalviertelfinals dagegen sichtlich nicht nach Frohsinn zumute. Die Trainerin von Bayers Handballerinnen war völlig außer sich und auch der sonst meist vornehm zurückhaltende Abteilungsleiter Andreas Thiel war unübersehbar stinksauer.

Wahrscheinlich war es für beide Seiten besser, dass aufmerksame Augen- und Ohrenzeugen ein direktes Aufeinandertreffen des aufgebrachten Duos mit den Schiedsrichtern in diesem Moment verhinderten. Denn die Unparteiischen waren mit ihrer schwachen Leistung die Ursache für den Unmut nach der 19:21-Niederlage.

Schon ehe die Partie in ihre Schlussphase einbog, lagen die Referees häufiger falsch mit ihrer Bewertung von Zweikämpfen - und das zumeist zum Nachteil der Elfen. So kassierte etwa Kim Berndt für ihre Klage nach einem nicht geahndeten deutlichen Foul statt eines Freiwurfs eine Zwei-Minuten-Strafe. Doch das war nur ein zarter Vorgeschmack für die Ungerechtigkeiten, die Bayers Handballerinnen in der turbulenten Schlussphase hinnehmen mussten.

Besonders bitter wurde es drei Minuten vor dem Abpfiff. Amelie Berger verkürzte den Rückstand auf auf zwei Tore. Genügend Zeit, um noch auf den Ausgleich gegen die Vipers zu hoffen. Was dann folgte, war jedoch eine Farce. Erst viel zu lange ohne angezeigtes passives Spiel - und dann auch mit - blieben die Vipers fast zwei Minuten (!) im Angriff, weil sie sich bei jeder Berührung theatralisch auf dem Boden wälzten und dafür nicht bestraft wurden. Der Angriff in Überlänge fand erst ein Ende, als Bad Wildungen den entscheidenden Treffer erzielte. "Da haben sich die Schiedsrichter vorführen lassen. Eine solche Leistung bei einem solchen Spiel ist mir unerklärlich", schimpfte Wolf.

Bayers Trainerin mochte den Unparteiischen allerdings nicht die alleinige Schuld am Leverkusener Aus geben, obwohl der Einfluss der Fehlentscheidungen nicht von der Hand zu weisen war. "Wer weiß, ob wir weitere Chancen überhaupt genutzt hätten", sagte sie. Besonders auffällig war: Schon vor Bergers Tor im Finale hatten die Elfen dreimal vom Vier-Tore-Pausen-Rückstand auf zwei Zähler Abstand verkürzt. Aber immer dann, wenn die Chance bestand, auf ein Tor heranzukommen, stellten sich die Elfen sehr ungeschickt an. "Das waren zu viele technische Fehler. Wir haben uns ein Stück weit auch selbst geschlagen", befand Wolf.

Elfen Kramarczyk, Zec (nicht eingesetzt) - Jurgutyte (3), Seidel, Braun (n.e.), Mietzner (1), Zschocke (2), Potocki (3/3), Bruggeman, Karolius (1), Gedroit (n.e.), Berndt (2), Jochin (1), Berger (2), van de Wiel (4), E. Rode (n.e.).

(kre)
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