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Leverkusen: Ratsmehrheit: für Brillux, gegen Decathlon

Leverkusen : Ratsmehrheit: für Brillux, gegen Decathlon

Der Leverkusener Stadtrat wird am Montag mit Mehrheit auf der Sondersitzung entscheiden, dass die Firma Brillux (Farbenhändler) auf dem Kirchengrundstück Willy-Brandt-Ring/Carl-Duisberg-Straße bauen kann. Dies beschloss die Ratsmehrheit JamaicaPlus am Mittwochabend auf der gemeinsamen Fraktionssitzung.

Damit sind die Interessenten Sporthaus "Decathlon" und Discounter Lidl (über Projektentwickler Schoofs aus Kevealaer) politisch gesehen aus dem Rennen: "Aber nur an dieser Stelle, Decathlon sind andere Grundstücke in City-Nähe angeboten worden", betonte CDU-Fraktionsvorsitzender im Gespräch mit unserer Zeitung. "Wir wollen alle das Sportkaufhaus, aber eben nicht fern des Einkaufszentrums Stadtmitte."

Baudezernent Wolfgang Mues hat den Koalitionspolitikern auf der Fraktionssitzung versichert, dass dem Unternehmen Brillux sofort und ohne Auflagen eine Baugenehmigung erteilt werden könne, weil die Firma ins Rechtsgefüge dieses Gewerbegebietes passe, sagte gestern CDU-Fraktionsvorsitzender Hupperth. Diese Rechtseinschätzung hatte Mues schon vor dem Stadtrat am vergangenen Montag vorgestellt.

Die SPD-Fraktion protestierte noch gestern heftig: "Brillux statt Decathlon: ein Tag der Trauer für Leverkusen", ließ SPD-Fraktionsvorsitzender Dr. Walter Mende seine Presseerklärung überschreiben. Nach Darstellung der SPD bringt der Farbenhändler nur fünf Arbeitsplätze nach Leverkusen, bei Decathlon wären es 50 bis 80 gewesen. Es werde eine "großartige Chance" vertan.

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Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn hatte am Mittwoch im Gespräch mit unserer Zeitung gesagt: Er hoffe, dass neben Brillux weitere Firmen an dem diskutierten Standort neben dem alten Bahnhof Wiesdorf angesiedelt werden könnten. Ausgeschlossen sind nach Rechtslage Einzelhandelsgeschäfte wie Decathlon und Lidl.

Für die Grundstückseigentümerin, die Pfarre Herz Jesu Wiesdorf, endet jetzt auch eine sechsjährige Leidenszeit um den Verkauf dieses Grundstücks, auf dem die ehemalige Kirche St. Maria Friedenskönigin (im Volksmund: "Sprungschanze Gottes") steht. Der mögliche Verkaufspreis, den der erste Kaufintereressent (Schoofs) geboten haben soll, soll seit 2005 um rund 350 000 Euro durchgesackt sein.

(RP)