Leverkusen: 80 Jahre und drei Rathäuser

Leverkusen: 80 Jahre und drei Rathäuser

Stünde das erste (Alt-)Leverkusener Rathaus noch, die Bürger würden stolz auf den schmucken, eigenen Bau der Stadt sein. Vorbei. Heute wird im Miet-Rathaus, dem "Ufo" über dem Einkaufszentrum, der Ratssaal feierlich eingeweiht – mit Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers.

80 Jahre Leverkusen – 80 Jahre Rathaus? Nein, in 80 Jahren lässt sich die Geschichte dreier Häuser erzählen. Jüngster Verwaltungsbau in der Chronologie – die Rotunde über der Rathaus-Galerie. Seit der Eröffnung des Einkaufzentrums (am 24. Februar), also seit mittlerweile 37 Tagen thront dort Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn über 120 Geschäften.

Seine Vorgänger hatten dieses Glück nicht. Erst Ende 2004 bekam das Hamburger Unternehmen ECE den Zuschlag für den Bau der "Rathaus-Galerie", einem Konzept, das Rathaus und Einkaufszentrum unter ein Dach brachte. Anlass dazu gaben 1999 Brandschutzmängel und Sanierungsbedarf am zweiten Leverkusener Rathaus. Da Fluchtwege fehlten, mussten sogar Feuerwehrleute bei Sitzungen Wache schieben. Die Folge: Das grün-schwarze Rathaus wurde ab 14. September 2007 abgerissen – und das nach erst 30jähriger Existenz. Der Vorgängerbau, ebenfalls an der Friedrich-Ebert-Platz, schaffte immerhin eine Lebenszeit von 61 Jahren.

1908 wurde mit dem Bau des Wiesdorfer Rathauses begonnen. Die erste Sitzung hielt der Gemeinderat am 22. April 1910 in dem Sitzungssaal ab. Doch nach einiger Zeit wurde der Bau zu klein. Schon 1953 wurde das unweit des Rathauses entstandene Sparkassenhaus von Teilen der Stadtverwaltung mit genutzt. Das konnte allerdings keine Dauerlösung bleiben. Das alte Rathaus platzte aus allen Nähten, die Stadtverwaltung war mittlerweile auf 20 Stellen verteilt. Schon 1969 hatte der Stadtrat den Abriss beschlossen. An gleicher Stelle sollte ein Neubau entstehen. Das 61 Jahre alte historische Gebäude, das zwei Kriege überstanden hatte, wurde 1971 abgerissen.

  • Fotos : Historische Aufnahmen der Leverkusener Rathäuser

Für 57,2 Millionen Deutsche Mark wurde das grünschwarze Rathaus am der Friedrich-Ebert-Platz fertig. Damals war es Oberbürgermeister Wilhelm Dopatka, der das Gebäude einweihte. Eine Sensation für die damalige Zeit waren Großraumbüros auf drei Geschossen. Nur mannshohe Schränke und bewegliche Wände grenzten die Abteilungen ein.

Solche Großraumbüros gibt es im neuen Rathaus nicht mehr. In den zwei städtischen Etagen kehrte man zu Kleinbüros zurück. 1,6 Millionen Euro kostete die Stadt die Einrichtung. Für 100 Mitarbeiter ist in dem Rundbau mit Fernaussicht-Möglichkeiten Platz.

(RP)
Mehr von RP ONLINE