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Leichlingen: Stadt forciert Wertstoffhof-Plan

Leichlingen : Stadt forciert Wertstoffhof-Plan

Die Stadt Leichlingen hat ihre Beschlussempfehlung für einen Umzug des Wertstoffhofs ins Gewerbegebiet Bremsen noch einmal konkretisiert. Danach ist die Verlagerung fast unvermeidbar. Der BAV erwägt, das Gelände zu kaufen.

Der Abzug des Leichlinger Wertstoffhofs von seinem jetzigen, überlasteten Standort am Stockberg ist dringender denn je. Das jedenfalls geht aus einer Beschlussvorlage hervor, die die Stadtverwaltung jetzt für die Sitzung des Stadtrats am kommenden Donnerstag, 1. Dezember, erarbeitet hat.

Darin wird ein Umzug als "absolut unverzichtbar" bezeichnet. Unerträgliche Verkehrssituation, Rücksichtnahme auf angrenzende Mieter und nicht zuletzt auch angedrohte juristische Schritte des Kunststoffbetriebs Marseille wegen Beeinträchtigung der Lkw-Anlieferung lassen weitere Verzögerungen zunehmend gefährlich erscheinen.

Rund 360 Tonnen mehr

Zahlen belegen die Problematik: Nicht nur die Zahl der Anlieferungen hat sich binnen drei Jahren um mehr als 1000 erhöht, auch die abgelieferte Menge Sperrgut, Grünabfälle, Eisen, Elektroschrott, Papier, Pappe und Bauschutt stieg von 1500 auf 1860 Tonnen. Dies kann laut Stadt dazu führen, dass die Baugenehmigung bald nicht mehr ausreicht.

Diverse Versuche, das teilweise chaotische Gewimmel zu entzerren (längere Öffnungszeiten, zusätzliche Grünschnitt-Termine schlugen letztlich fehl. Am Montag, 31. Oktober, einem Brückentag, regierte das Chaos Am Stockberg. In weniger als einer Stunde mussten Platzleiterin Stephanie Stöhr und ihr Team mehr als 60 Fahrzeuge über das Gelände schleusen. Auf der Zufahrtstraße ging nichts mehr.

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Aus all diesen Gründen hält die Stadtverwaltung es für "dringend geboten, im Bereich Bremsen einen neuen Recyclinghof zu errichten". Er soll 3000 Quadratmeter umfassen und so den Anforderungen auf Jahrzehnte hinaus genügen.

Der Bergische Abfallwirtschaftsverband (BAV), der ab dem kommenden Jahr für die Müllentsorgung in Leichlingen zuständig ist, hat bereits erstes Interesse signalisiert, das entsprechende Gelände von der städtischen Grundstücksgesellschaft GEL zu kaufen, einen Wertstoffhof einzurichten und diesen dann an den Betreiber zu verpachten. Sollte der BAV dies in seiner nächsten Verbandsversammlung so beschließen, könnte der Leichlinger Stadtrat einen entsprechenden Grundsatzbeschluss fassen.

Der hatte sich beim Gewerbegebiet Bremsen als Standort für die Werststoffcontainer zwar stets sperrig gezeigt. Bürgermeister Ernst Müller zählt in der gestern öffentlich gemachten Beschlussvorlage jedoch fest: "Nach detaillierter Prüfung aller denkbaren Alternativen und anderthalb Jahre andauernder Diskussion hat sich die Auffassung gefestigt dass eine Verlagerung" zur Walter-Frese-Straße im Gewerbegebiet Bremsen "die für die Stadt beste Lösung darstellt". Außerdem: Da das Gelände komplett eingegrünt wird und die Wertstoffe regelmäßig abgefahren werden, soll es auch keine Geruchsbelästigungen oder böse Überraschungen bei der Optik geben.

(RP)