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Bistum Aachen: Zahl der Kirchenaustritte rückläufig

Weniger Taufen und Eheschließungen im Erkelenzer Land : Bistum Aachen: Zahl der Kirchenaustritte rückläufig

Die Zahl der Kirchenaustritte ist im Bistum Aachen 2020 deutlich zurückgegangen. Das teilt das Bischöfliche Generalvikariat mit. Kehrten 2019 noch 9225 Katholiken der Kirche den Rücken, waren es im vergangenen Jahr 6841. Mit einem Rückgang von knapp 26 Prozent entspricht dies dem niedrigsten Wert in den zurückliegenden drei Jahren.

„Unsere Herausforderungen sind klar umrissen. Wir werden uns als Kirche verändern müssen. Deshalb setzen wir unseren synodalen Gesprächs- und Veränderungsprozess ‚Heute bei dir‘ konsequent weiter fort“, sagt Generalvikar Andreas Frick anlässlich der Veröffentlichung der jährlichen Bistumsstatistik. Ende Juni hatten die im vergangenen Jahr eingesetzten Basis-AGs ihre inhaltlichen Ergebnisse vorgelegt, die nunmehr vom Synodalkreis bis März 2022 beraten werden. Die Basis-AGs bestanden aus gemischten Teams, die über viele Monate unterschiedliche Themenkomplexe diskutierten – darunter die Zukunft von Gottesdienst, Gebet und Katechese, Orte von Kirche, Willkommenskultur und gendergerechter Haltung.

Weitere Arbeitsgruppen beschäftigten sich mit den Themen Digitalisierung und Nachhaltigkeit. „Wir setzen uns offensiv mit der Zukunft unserer Kirche und der Lebenswirklichkeit der Menschen in unserem Bistum auseinander“, so Frick weiter.

Insgesamt zählt das Bistum Aachen rund 988.000 Katholiken. Damit gehört es zu den elf größten aller 27 deutschen (Erz-)Bistümer bezogen auf die Anzahl der Katholiken. Nahezu jeder Zweite zwischen Krefeld und Eifel ist katholisch. Mit dem leichten Bevölkerungswachstum in der Region (plus 0,18 Prozent auf 2013 Millionen Einwohner) konnte die Zahl der Katholiken allerdings nicht Schritt halten. Unter dem Strich reduzierte sich ihre Anzahl um 1,6 Prozent.

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Insgesamt hat die Corona-Pandemie deutliche Spuren in der Nachfrage nach kirchlichen Angeboten hinterlassen. Besuchten 2019 noch 71.239 Menschen regelmäßig die Gottesdienste, waren es im vergangenen Jahr lediglich 37.795 (minus 47 Prozent). Ursächlich dafür dürfte vor allem die notwendige Begrenzung der Teilnehmer in den Kirchenräumen gewesen sein, aber auch die Tatsache, dass aufgrund der Pandemie mehrere Monate lang überhaupt keine öffentlichen Gottesdienste stattfinden konnten. Um den Menschen in dieser schwierigen Zeit trotzdem die Möglichkeit zu bieten, einen Gottesdienst mitzufeiern, übertrug das Bistum Aachen über viele Monate Gottesdienste aus dem Aachener Dom via Live-Stream.

Auch viele Pfarreien und Gemeinden ermöglichten die Teilnahme an Gottesdiensten im Internet und brachten neue, innovative Angebote auf den Weg. „Dass die Kirche im Bistum Aachen trotz aller notwendigen Abstands- und Hygieneregeln, ausgefallenen Gottesdiensten, abgesagten Taufen, Hochzeiten und Firmungen, den Menschen gute Angebote auch auf neuen Wegen macht und sie in dieser schwierigen Zeit begleitet, stimmt mich froh. Mein großer Dank gilt allen, die sich ehren- und hauptamtlich engagieren“, betont Generalvikar Andreas Frick.

Die Zahl der Taufen und Eheschließungen blieben ebenfalls Corona-bedingt hinter den Vorjahreswertenzurück. Wurde das Sakrament der Taufe 2019 noch an 6871 Täuflinge gespendet, waren es zurückliegend 4267 Menschen (minus 37,5 Prozent). 414 Trauungen standen 1444 in 2020 gegenüber (minus 71,3 Prozent).

(RP)