Krefeld: Auto in Flammen - Opfer dankt Ersthelferin

Auto stand in Flammen : Krefelderin dankt Ersthelfern

Ungeduldige Autofahrer haben am Freitag einen Rettungseinsatz in Krefeld-Schicksbaum behindert. Unfallopfer Bärbel Landshöft ist es wichtig, die andere Seite der Geschichte zu erzählen: Es gab Menschen, die sofort zu Hilfe eilten.

Ungeduldige Autofahrer haben, wie berichtet, einen Rettungs- und Löscheinsatz der Feuerwehr bei einem schweren Verkehrsunfall in Schicksbaum behindert und mit ihrem uneinsichtigen Verhalten viel Kritik auf sich gezogen. Jetzt hat sich die schwer verletzte Beifahrerin des Wagens aus dem Krankenhaus mit ihrer persönlichen Geschichte zu Wort gemeldet: Und zwar nicht, um sich der Kritik anzuschließen, sondern um den zahlreichen Ersthelfern zu danken, die ihr noch vor Eintreffen der Rettungskräfte am Unfallort beigestanden haben.

Bärbel Landshöft musste nach dem Autounfall einige Tage im Maria-Hilf-Krankenhaus verbringen. Die Krefelderin möchte mit ihrer Geschichte den Menschen danken, die sie sofort nach dem schweren Unfall aus der Gefahrenzone gebracht und bis zum Eintreffen der Rettungskräfte umsorgt haben. Foto: TL

Am Freitag war der Wagen, in dem Bärbel Landshöft und ihr Mann in Richtung Krefeld unterwegs waren, an der Kreuzung Am Schicksbaum/Feldstraße nach einem Zusammenprall in ein Feld geschleudert und innerhalb weniger Minuten komplett ausgebrannt. "Als wir in dem Feld zum Stehen gekommen sind, habe ich schon gemerkt, dass der Wagen raucht", berichtet die 62-Jährige. Ihr Mann, der unverletzt geblieben ist, hilft ihr, schnell aus dem Fahrzeug herauszukommen. "Zum Glück konnte ich meinen Gurt lösen und war nicht eingeklemmt", erzählt sie. "Sekunden später waren dann schon zwei oder drei Frauen da, die mich gestützt und mir geholfen haben, mich hinzusetzen."

Bärbel Landshöft hat sich bei dem Aufprall das Brustbein gebrochen, hat starke Schmerzen, steht unter Schock. "An den Unfallhergang kann ich mich nicht so richtig erinnern, wohl aber daran, dass ich sofort von vielen Menschen umsorgt wurde und mich aufgefangen fühlte." Und natürlich an die zehn Meter hohe Brandsäule, die Minuten nach dem Unfall über dem Opel Mocca steht. Die Situation ist beängstigend: Denn mit dem Vollbrand des Wagens explodieren nacheinander die Reifen mit lautem Knall.

Der Krefelderin ist es wichtig, zu erzählen, dass es neben den von der Polizei kritisierten Einsatz-Störern auch eine ganz andere, positive Seite gegeben hat: nämlich die von vielen umsichtig agierenden Helfern, die die schwer verletzte Frau zügig von dem brennenden Fahrzeug wegführen und aus der Gefahrenzone bringen. "Ein Ehepaar kam mit einem Notfallkoffer, kurze Zeit später hielt eine Ärztin an, die sich um mich gekümmert hat", erzählt sie. "Man hat mich beruhigt, weil ich nicht wusste, wo mein Mann war." Bis zum Eintreffen der hauptamtlichen Rettungskräfte wird Bärbel Landshöft fürsorglich betreut. "Der Notarzt hat später gesagt, es sei ja unglaublich, wie viele Ersthelfer vor Ort waren", berichtet sie. Den Einsatz von Notärzten, Polizei und Feuerwehr lobt sie als "toll" und "souverän", Von den Autofahrern, die später die Absicherung der Einsatzstelle ignorieren und in diese hineinfahren, bekommt sie nichts mehr mit. Zu diesem Zeitpunkt ist sie längst auf dem Weg in Krankenhaus. Inzwischen geht es ihr besser - heute wird Bärbel Landshöft nach Hause entlassen.

(RP)