Krefeld: Kräutergarten mit Pflanzen aus dem Mittelalter auf Burg Linn

Krefeld : Kräutergarten mit Pflanzen aus dem Mittelalter auf Burg Linn

Das Museum Burg Linn weist in diesem Jahr einige Neuerungen auf. Sie stehen für einen Schritt in eine neue Museumspädagogik. Der Besuch der Burg soll mehr "Erlebnischarakter" bekommen.

Mit dem Frühling sind ein paar Neuerungen auf der Burg Linn eingezogen und locken die Besucher in das mittelalterliche Ensemble. Durch die finanzielle Unterstützung der Arbeitsgemeinschaft Flachsmarkt sind in der Vorburg ein Kräutergarten und ein Flachsbeet entstanden. Jennifer Morscheiser, Leiterin des Museums Burg Linn, erklärt: "Der neu gestaltete Kräutergarten ist nur mit Pflanzen bestückt, die auch schon im Mittelalter verwendet wurden. Der kleine Garten ergänzt auf diese Weise unsere museumspädagogischen Angebote. Zum Beispiel "Leben auf der Burg", wo wir in der Burgküche mit den Kräutern kochen werden oder den Workshop "Kräuter und Düfte im Mittelalter". Des Weiteren werden durch Ute van Alphen Kräuterführungen für Kinder stattfinden.

Das Flachsbeet, das ebenfalls in der Vorburg angelegt wurde, veranschaulicht die Verarbeitungsschritte von der Pflanze bis zum Webstuhl und ergänzt ebenfalls das museumspädagogische Programm.

Eine weitere Neuerung ist die Innenbeleuchtung des Burgturms. Nun kann der Besucher bis hinunter in das Verlies schauen, das in 17 Metern Tiefe liegt. Auch dort war die Arbeitsgemeinschaft Flachsmarkt maßgeblich an der Finanzierung beteiligt. "Wir werden noch in zwei Etagen des Turms Infotafeln anbringen, die zum einen erläutern, wie Gefangene im Verlies gehalten wurden: Wir haben in alten Amtsbüchern recherchiert, mit was für einem Strafmaß beispielsweise Diebstahl geahndet wurde oder Ehebruch. Man war da nicht zimperlich, Diebstahl wurde dann schon mal mit Handabhacken bestraft", erklärt Jennifer Morscheiser und ergänzt: "Zum anderen zeigen wir, wie die Lagerhaltung in einer Burg aussah, wie viele Nahrungsmittel musste man einlagern, um nicht ausgehungert zu werden und wie die Lagerhaltung von Getreide aussah."

Diese Neuerungen stehen für einen weiteren Schritt in eine neue Museumspädagogik, so Morscheiser, der Besuch der Burg Linn solle mehr "Erlebnischarakter" bekommen. "Im besten Falle zum Aufessen", sagt die Museumsdirektorin mit Blick auf den neuen Kräutergarten - der im Übrigen, so berichtet Morscheiser, vormals der private Garten von Renate Pirling gewesen sei, der ehemaligen Direktorin des Museum Burg Linn.

Jennifer Morscheiser ist dankbar für die vielfältigen Zuwendungen durch den Verein der Arbeitsgemeinschaft Flachsmarkt: "Es ist schon mehr als außergewöhnlich, in welcher Breite uns der Verein unterstützt." Alexander Raitz von Frentz von der Arbeitsgemeinschaft Flachsmarkt sieht in der Zusammenarbeit "eine schöne Symbiose" und spricht für beide Seiten von einer "win win-Situation". Er freut sich bereits auf den nächsten Flachsmarkt, der wie in jedem Jahr wieder zu Pfingsten (19.-21. Mai) auf dem Gelände rund um die Burg Linn stattfinden wird. Die Überschüsse, die aus den Eintrittsgeldern erzielt werden, "werden für satzungsgemäße Zwecke verwendet, insbesondere für die Erhaltung und Pflege von Denkmal- und Kulturwerte im Bereich des Stadtteils Linn", heißt es auf der Internetseite des Vereins.

(RP)
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