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Kleve: Die Zigarette aus der Steckdose

Kleve : Die Zigarette aus der Steckdose

Nach dem Aus für Raucherkneipen in NRW können Nikotinsüchtige in Kleve aufatmen. In der Neuen Mitte bietet der eSmokerShop eine Alternative zum normalen Glimmstängel. Die E-Zigarette dürfte in vielen Kneipen erlaubt sein.

Mit Genuss zieht Nebi Uyan an seinem Glimmstängel. Doch was anschließend aus seinem Mund kommt, ist nicht etwa Tabak-Qualm, sondern hauptsächlich Wasserdampf. Uyan verkauft in der Neuen Mitte in Kleve in seinem Geschäft "eSmokerShop" E-Zigaretten. "Die E-Zigarette liegt voll im Trend", ist sich der Geschäftsmann sicher. Seit drei Wochen bietet er die elektronischen Zigaretten an. "Die Geschäfte laufen gut. Ich bin sehr zufrieden", berichtet Uyan.

Zusätzliche Kunden könnte ihm das jüngst beim SPD-Landesparteitag beschlossene umfassende Rauchverbot in Nordrhein-Westfalen bescheren. Demnach wird bald das Rauchen in gastronomischen Betrieben unter anderem auch in den Eckkneipen verboten sein. Ob das Rauchverbot auch für die E-Zigaretten gilt, steht noch nicht fest. Laut Uyan ist es jedoch wahrscheinlich, dass die derzeitige Regelung beibehalten wird. Und die besagt, dass jeder Gastronom im Rahmen seines Hausrechts selbst entscheiden darf, ob er die E-Zigaretten in seinem Lokal zulässt.

Die E-Zigarette funktioniert nach folgendem Prinzip: Die zu verdampfende Flüssigkeit, das Liquid, gelangt von einem Tank zu einer kleinen Heizspirale. Diese schaltet man je nach Modell entweder durch Tastendruck oder automatisch über einen Unterdruckschalter beim Ziehen ein. Das Liquid bietet Uyan in den verschiedensten Varianten an. Die meisten enthalten Nikotin und zwar in verschiedenen Anteilen, von sechs bis 20 Milligramm. Die E-Zigarette wird mit einem Akku betrieben. Ein kurioses Phänomen: "Auch Nichtraucher benutzen E-Zigaretten", sagt Uyan. Denn es gibt auch Liquids ohne Nikotin. Sie enthalten die verschiedensten Aromastoffe wie beispielsweise Amaretto, Schokoladencreme, Kokosnuss oder Pfefferminz. "Man kann E-Zigaretten auch gebrauchen, um sich das Rauchen abzugewöhnen. Dazu verwendet man nach und nach Liquids mit immer weniger Nikotingehalt und schließlich ganz ohne Nikotin", betont Uyan, der seinen "eSmokerShop" als Franchise-Filiale betreibt.

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Doch unumstritten sind die E-Zigaretten nicht. Der Hauptbestandteil des zu verdampfenden Liquids ist Propandiol. Dieser Stoff ist als Lebensmittelzusatzstoff E 1520 zugelassen. Er kann bei nach Auftrag auf die Haut allergische Reaktionen auslösen und beim Inhalieren zu Reizungen an Augen und Rachen führen. Welche Stoffe bei der Nutzung von E-Zigaretten in gesundheitlich relevanten Mengen an die Raumluft abgegeben werden und ob dies schädliche Wirkungen auf die Menschen in der Umgebung des E-Zigaretten-Konsumenten hat, wurde noch nicht untersucht.

(RP)