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Kleve: Kinder erziehen Hundebesitzer

Kleve : Kinder erziehen Hundebesitzer

Mit kleinen Fähnchen bewaffnet haben Klever Kinder Hundehaufen auf Wegen und Wiesen den Kampf angesagt. Damit markierten sie Kot am Wegesrand und machten auf das Problem aufmerksam. Ein Appell an Hundebesitzer.

Celine weiß ganz genau, wie unangenehm es ist, in die Hinterlassenschaften von Hunden zu stiefeln. "Das ist matschig und einfach richtig eklig", erklärt die Sechsjährige. Zustimmendes Nicken von ihren Freundinnen. Mit Hundekot auf Spielplätzen kennen sich die Mädchen aus. Warum Hundebesitzer nicht einsehen wollen, dass Hundehaufen nicht auf Wiesen liegenbleiben sollten, versteht Celine nicht. "Fünf Hundehaufen hab ich auf dem Weg von unserer Schule bis zum Spielplatz gefunden. Das ist ganz schön viel", meint sie und tadelt damit die Herrchen, die sich nicht um die Hundehaufen ihrer Tiere kümmern. Wie Celine markierten gestern Dutzende Kinder des Kindergartens Sonnenblume, des Familienzentrums Morgenstern und der Karl-Leisner Grundschule Hundekot mit Fähnchen, um auf das Problem aufmerksam zu machen.

Von ihren Kindergärten und der Schule aus ging es für den Trupp im Sternmarsch durch Kleve. Ihr Ziel war der Spielplatz an der Braunstraße Ecke Brüningstraße. Unterwegs tauchten sie im wahrsten Sinne des Wortes tief in die Materie ein. "Die haben da gar keine Berührungsängste", erklärte Claudia Küppers vom Jugendamt erstaunt. "Nur gut, dass die Stäbe an den Fahnen lang genug waren, denn die Kinder haben sie tatsächlich direkt in die Haufen gestoßen." So wie Jasmin. "Ich bin richtig in die Büsche reingegangen, um auch da die Hundehaufen zu finden", berichtet sie stolz. "Die Erwachsenen sollen lernen, dass die da auch nicht hingehören." Angst, in den Mist zu treten, hatte die Sechsjährige nicht. "Ich war vorsichtig."

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Zum dritten Mal nahmen die Einrichtungen an der Fähnchen-Aktion, initiiert vom Arbeitskreis Südstadt, teil. Mit von der Partie war auch wieder Volker Totzki vom Ordnungsamt Kleve, der den Kindern erklären wollte, dass es gegen das Gesetz ist, die Hinterlassenschaften seines Hundes liegenzulassen — und dass das fürs Herrchen richtig teuer werden kann, wenn man erwischt wird. Dabei hatten die Kinder bereits den vollen Durchblick: "Man macht so was einfach nicht. Hunde müssen ins Hundeklo machen", fordert Jamie-Durina. Für die Fünfjährige eine glasklare Sache.

Zu den Kindern gesellten sich auf dem Spielplatz auch einige Hundebesitzer, die plötzlich sehr aufmerksam den Worten Volker Totzkis lauschten: 35 Euro Strafe für einen nicht weggeräumten Hundehaufen, das war einigen gar nicht klar. Dabei ist es manchmal so einfach: "Man muss doch einfach nur eine Tüte mitnehmen und das wegmachen", erklärt eines der Kinder. "Das ist nicht so ekelhaft, wie wenn man da mit seinen Schuhen reintritt."

(RP)