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Kleve: Häftling aus JVA Kleve befindet sich wohl im Ruhrgebiet

Kleve : Häftling aus JVA Kleve befindet sich wohl im Ruhrgebiet

Am Dienstagmorgen gegen 9 Uhr ist bei Gartenarbeiten außerhalb der JVA ein 21-jähriger Strafgefangener aus der Justizvollzugsanstalt in Kleve entwichen. Der aus dem Ruhrgebiet stammende Häftling hat nach Polizeiangaben eine bis 2014 dauernde Jugendstrafe abzusitzen.

Der Strafgefangene saß nach Polizeiangaben seit dem 17. Oktober 2011 in der Justizvollzugsanstalt Kleve ein und verbüßte nach Verurteilung durch das Amtsgericht Duisburg eine bis 2014 dauernde Jugendstrafe wegen Beleidigung, Körperverletzung und Raubdelikten.

Erst vor einer Woche waren die Haftbedingungen des 21-Jährigen wegen guter Führung so gelockert worden, dass er die Einrichtung unter Aufsicht zu Arbeitseinsätzen verlassen durfte, berichtete der Leiter des allgemeinen Vollzugsdienstes der Haftanstalt, Peter van Campen. Bei einem solchen Einsatz in Begleitung eines Justizvollzugsbeamten sei er gegen 9 Uhr offenbar in einem unbeobachteten Moment geflohen.

Er ist 186 cm groß, schlank, hat einen kahlgeschorener Kopf und weist mehrere Tätowierungen auf. Bekleidet ist er mit einem dunklem Pullover und einer blauen Arbeitshose, seine blaue Anstaltskleidung ließ er bei der Flucht teilweise zurück. Zu Gewalt gegen Justizvollzugsbeamte kam es nicht.

Nach bisherigem Stand der Ermittlungen ließ sich der Entwichene mit einem Taxi, das er in einem nahegelegenen Geschäft telefonisch bestellte, ins Ruhrgebiet bringen. Die Ermittler überprüfen mögliche Anlaufadressen des jungen Mannes. Die Durchsuchung eine Wohnung brachte aber keinen Erfolg.

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Dass Häftlinge unter gelockerten Bedingungen die Chance zur Flucht ergriffen, komme leider vor, hieß es aus dem nordrhein-westfälischen Justizministerium. "Hundertprozentige Sicherheit gibt es nie", sagte Ministeriumssprecher Detlef Feige. "Insbesondere dann nicht, wenn man die Häftlinge bei solchen Außeneinsätzen wieder an das normale Arbeitsleben heranführen möchte."

Ausbrüche aus der geschlossenen Haft seien in den vergangenen Jahren aber deutlich zurückgegangen.

Hinweise an die Polizei, Notruf 110.

(lnw)