Edeka Brüggemeier in Geldern öffnet an Heiligabend 2017 seine Läden

Kevelaer: Edeka Brüggemeier öffnet Heiligabend

Der 24. Dezember fällt diesmal auf einen Sonntag. Der Gesetzgeber erlaubt eine Öffnung von 10 bis 14 Uhr. Katholische Verbände kritisieren die Öffnung. Der Umsatz solle nicht über allem stehen, meinen sie.

Die Planungen für Weihnachten begannen bereits Mitte des Jahres. Im Mai und Juni informierte Edeka Brüggemeier per Brief alle Mitarbeiter, dass die Geschäfte am Heiligen Abend öffnen sollen. Gleichzeitig wurde die Bereitschaft abgefragt, am Heiligen Abend Dienst im Supermarkt zu leisten. "Wir haben lange überlegt, ob wir an diesem Tag öffnen und uns schließlich dazu entschieden, das vom Votum der Mitarbeiter abhängig zu machen", erläutert Michael Terhoeven. Sprecher von Brüggemeier. Konkret bedeutete das, dass alle Mitarbeiter die freie Wahl hatten, ob sie an dem Tag arbeiten wollen, der diesmal auf einen Sonntag fällt. "Alles beruht auf Freiwilligkeit", betont Terhoeven. Nach der Abfrage stand fest: Für die Brüggemeier-Märkte in Kevelaer, Kleve, Geldern, Nieukerk und Wachtendonk fanden sich genug freiwillige Mitarbeiter. Hier wird geöffnet. Geschlossen bleibt nur der Markt in Winnekendonk. Dort war den Mitarbeitern der Heilige Abend wichtiger als die Aussicht auf zusätzlichen Verdienst und Freizeitausgleich.

"Wir öffnen am Heiligen Abend, weil es um den Service für den Kunden geht", sagt Terhoeven. Die hätten beispielsweise die Möglichkeit, die Gans, die sie zuhause nicht kühlen können, am Heiligabend dann frisch abzuholen. "Wir wollen auch zum Fest absolute Frische bieten", sagt der Brüggemeier-Sprecher. Man sei überzeugt, dass die Kunden das auch annehmen werden.

Geöffnet sind die Edeka-Märkte am Heiligen Abend von 10 bis 14 Uhr. Der Backshop in Kevelaer hat von 8 bis 12 geöffnet. 33 Mitarbeiter werden in Kevelaer am Heiligen Abend arbeiten, in Geldern sind es 22. Während Edeka in Kevelaer öffnet, haben hier viele andere Supermärkte geschlossen. Auch Rewe Narzynski bleibt an diesem Tag zu. Dazu hat das Unternehmen ein Statement auf seiner Facebook-Seite abgegeben: "Supermärkte dürfen in NRW an diesem besonderen Tag von 10 bis 14 Uhr öffnen. Da machen wir bei Rewe Narzynski nicht mit! Denn Weihnachten ist nicht nur das Fest der Liebe, sondern auch das Fest für die Familie. Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, dass unsere Mitarbeiter/- innen diesen Tag mit ihrer Familie genießen sollen. Daher bleiben unsere Märkte in Kevelaer, Kalkar und Weeze geschlossen."

  • Geldern : Edeka Brüggemeier öffnet seine Läden Heiligabend

Bürgermeister Dominik Pichler will die Entscheidung der Unternehmer nicht bewerten. "Das muss jeder für sich entscheiden, auch der Kunde überlegt selbst, ob er am Heiligen Abend einkauft." Klar sei, dass das Gesetz die Öffnung erlaube. Für ihn selbst steht aber auch fest: "Ich brauche eine Öffnung am Heiligen Abend nicht."

Eine Gruppe katholischer Verbände im Bistum kritisiert die Öffnung am Heiligen Abend deutlich. Sie appelliert an den Schutz des Sonntags. "Einzelhandelsgeschäfte, die trotzdem öffnen, sollten von den Konsumierenden daran erinnert werden, dass der Umsatz nicht über allem steht", heißt es einer Stellungnahme, die die KKV Kevelaer unterstützt.

(zel)