Stadt Kempen: Großer Knatsch vor dem Kempener Altstadtlauf

Stadt Kempen : Großer Knatsch vor dem Kempener Altstadtlauf

Der Stadtsportverband will Rennen als Meisterschaft werten, die Turnerschaft dafür aber keine Daten liefern.

Am kommenden Sonntag, 10. Juni, findet in Kempen mit dem traditionellen Altstadtlauf das größte Sportereignis dieses Jahres statt. Im Vorfeld der Veranstaltung gibt es großen Knatsch zwischen dem Vorsitzenden des Stadtsportverbandes (SSV) und der Vereinigten Turnerschaft Kempen (VTK), die den Altstadtlauf organisiert. Wie gestern bei der Hauptversammlung der VTK bekannt wurde, geht es um die Bereitstellung von Daten. Dazu hat bereits ein Gespräch mit Vertretern der Stadt, des SSV und der VTK stattgefunden. Doch eine Einigung gab es bislang nicht. Kernpunkt des Streits ist der Wunsch des SSV, den Altstadtlauf als Stadtmeisterschaft zu werten. Das aber will die VTK nicht, und der Lauf sei als solcher auch nicht angemeldet worden. Zudem hat VTK-Vorsitzender Detlev Schürmann in dem Gespräch, wie er gestern bei der Hauptversammlung betonte, auf die geänderten Datenschutzbestimmungen hingewiesen. Schürmann nannte das Vorgehen des SSV "eine Unverschämtheit und Schweinerei". Daten werde man dem SSV nicht liefern. Und öffentlich bekannt gemacht würden am kommenden Sonntag nur die Startnummern mit den Positionen. Keinesfalls werde es Namen auf Ergebnislisten geben, so Schürmann gestern weiter. Die personenbezogenen Daten werde die VTK nicht herausgeben. "Wir lassen uns als Verein von niemandem unter Druck setzen. Wir achten die neuen europäischen Datenschutzbestimmungen", betonte Schürmann. Über diese jetzt in Kraft getretenen Bestimmungen wird der Verein in Kürze die Mitglieder schriftlich informieren.

Am Ende der ansonsten harmonischen Mitgliederversammlung sprach Schürmann das Bauvorhaben am Vereinsheim in der ehemaligen Schule in Schmalbroich an. Es habe Umplanungen gegeben. Doch jetzt sei man wieder auf dem richtigen Weg. Künftig will der Verein den Sportlern mehr räumliche Möglichkeiten anbieten. Erfreut war Schürmann darüber, dass Handballer und Volleyballer auf der Baustelle mitgeholfen haben. Erfreulich ist die Mitgliederentwicklung. Die VTK hat, so Sportwartin Gaby Meier, wieder mehr als 2000 Mitglieder. Die Altersmischung stimmt, 52 Prozent der Mitglieder sind unter 40 Jahre, 48 Prozent älter. Einen hohen Stellenwert im Verein genießt der Gesundheitssport. Hier werden pro Woche 240 Trainingsstunden angeboten.

Ehrungen standen zwar auf der Tagesordnung. Sie fanden jedoch nicht statt. Vielmehr will der Verein in Zukunft die Ehrungen langjähriger Mitglieder beim Vereinsfrühstück vornehmen. Das nächste findet am 1. Juli statt. Übersichtlich und informativ war der Kassenbericht von Finanzwart Hans von Beckerath. Im vergangenen Jahr konnte ein kleines Plus erwirtschaftet werden. Die Mitgliedsbeiträge sind seit fünf Jahren stabil. In den Bau am Vereinsheim wurden im vorigen Jahr rund 74.000 Euro investiert. Auch das Eigenkapital hat sich gut entwickelt. Der Vorstand wurde einstimmig entlastet.

Als Sozialwart wurde Klaus Lipp wiedergewählt und als Geschäftsführerin Marie-Luise Fehrenbach-Nagels. Im kommenden Jahr wird der Verein 160 Jahre alt.

(mab)