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Stadt Kempen: Auf die Nase kommt es an

Stadt Kempen : Auf die Nase kommt es an

Fährtensuche stand am Wochenende beim Hunde-Sport-Club Kempen im Mittelpunkt. Der Verein richtete die Fährtenhund-Meisterschaft des Landesverbandes Nord-Rheinland aus. 23 Teams waren am Start.

Auf das Kommando "Anziehen" hat Abby nur gewartet. Kaum hat Tanja Schmitz das Wort ausgesprochen, hebt die siebenjährige Malineu-Hündin das rechte Vorderbein, so dass Tanja Schmitz die zehn Meter lange Führleine bequem unter dem Bein durchziehen kann. Das gleiche gilt für das rechte Hinterbein. "Komm" lautet die nächste Anweisung, die die Beiden vom Auto zum Abgangspunkt der Fährte inmitten der Felder von St. Hubert führt. Aufmerksam sitzt die Hündin kurze Zeit später auf dem landwirtschaftlichen Weg neben ihrer Besitzerin. Beide warten auf den Leistungsrichter Heinrich Baucks. Der wechselt gerade noch einige Worte mit dem Paar, das gerade die Sucharbeit beendet hat. Dann ist es endlich soweit. Baucks positioniert sich hinter den Beiden. "Such", fordert Tanja Schmitz die Hündin auf. Die Nase geht zum Boden. Abby nimmt die Fährte auf und zieht ins Feld hinein.

Zum zweiten Mal richtete der Hunde-Sport-Club (HSC) Kempen am Wochenende die Fährtenhund-Meisterschaft des Landesverbandes Nord-Rheinland aus. Aufgeteilt in die Kategorien Fährtenhund-Prüfung eins und zwei hatten sich insgesamt 23 Teams für die Landesmeisterschaft qualifiziert. Elf starteten in der Prüfung eins und zwölf Teams in der Prüfung zwei.

"Die Eins ist die Einsteigerdisziplin. Es ist ein rechtwinkliger Kurs von 1400 Schritten, bei dem vier Gegenstände gefunden werden müssen", erklärt Theo Bruckes, HSC-Vereinsvorsitzender und auch Vorsitzender der Kreisgruppe Krefeld. Bei der Fährtenhundprüfung zwei, der Königsdisziplin, wie Bruckes sie beschreibt, wird der rechtwinklige Kurs durch zwei Spitzwinkel und einen Rundbogen erweitert, ist 1800 Schritte lang und die Hunde müssen sieben Gegenstände finden. Die Fährten werden dabei drei Stunden vor der eigentlichen Suche getreten, wobei auch Verleitungsfährten gelegt werden.

Abby – Tanja Schmitz an der langen Leine im Schlepptau – folgt derweil zielstrebig der Fährte. Die Nase ist tief am Boden, dann plötzlich weist die Hündin auf den ersten Gegenstand hin. Sie legt sich hin, das kleine Objekt aus Leder zwischen ihren Pfoten. Lob von Tanja Schmitz und ein "Such weiter", indes Leistungsrichter Baucks den Fund notiert. Schließlich ist die 1400 Schritte lange Strecke geschafft. Tanja Schmitz strahlt, als sie die Punktzahl hört. 98 von 100 möglichen Punkten hat sie mit ihrer Hündin erreicht. "Vorzügliche Nasenarbeit, korrektes Verweisen, aber zwei Winkel waren leicht drüber", kommentiert der Richter die Punktzahl. Glückwünsche von den anderen Teilnehmern und den Besuchern, die am Feldrand stehen.

Während die Beiden zum Auto wandern, begibt sich Sandra Heckel mit Ari an ihren Startpunkt. "Aufgeregt bin ich immer. Aber das legt sich, wenn wir auf der Fährte sind. Ich bin jedes Mal erstaunt, was ein Hund mit der Nase leisten kann. Fährte macht einfach Spaß und es ist die natürlichste Art den Hund zu beschäftigen", sagt Sandra Heckel, bevor auch sie das Kommando "Such" gibt.

(tref)