Kamp-Lintfort: Protestpfarrer Frings kommt zur Laga - vielleicht aber auch nicht

Kamp-Lintfort: Protestpfarrer Frings kommt zur Laga - vielleicht aber auch nicht

Der Bestsellerautor hatte erklärt, er werde bei der Landesgartenschau in Kamp-Lintfort Vertreter der Kirche sein. Pfarrer Karl Josef Rieger teilt nun mit, dass die Pläne keineswegs so weit gediehen sind.

Thomas Frings ist so etwas wie ein Star unter den deutschen Geistlichen. Mit dem Buch "Aus, Amen, Ende?" hat er sich den Frust des Pfarreralltags von der Seele geschrieben, damit einen Bestseller gelandet und lebhafte Debatten ausgelöst. Zurzeit ist Frings als Seelsorger in einer Pfarrei in Köln "geparkt", so könnte man salopp sagen. Denn seinen Pfarrerposten in Münster hatte er im Zorn aufgegeben.

Was hat das alles mit Kamp-Lintfort zu tun?, fragt sich der geneigte Leser. Nun, laut eigener Aussage wird Thomas Frings bei der Landesgartenschau 2020 als Vertreter der katholischen Kirche dabei sein. Das hatte er in einem Interview mit der Online-Zeitung "Kirche und Leben" erklärt.

Ohne Zweifel würde der bekannte Gottesmann für viel Publicity sorgen. Beim Bistum Münster reagiert man aber auf Frings' Ankündigung eher schmallippig. "Bislang gibt es zur Präsentation bei der Landesgartenschau 2020 in Kamp-Lintfort seitens des Bistums keine konkreten Planungen" - mehr als diese Aussage war der bischöflichen Pressestelle gestern nicht zu entlocken.

Karl Josef Rieger, Pfarrer der Kirchengemeinde St. Josef in Kamp-Lintfort, erklärte gestern: "Die Beteiligung von Thomas Frings war angedacht, aber da ist noch nichts entschieden." Rieger hält es für unglücklich, dass sein Kollege diese Idee schon so hingestellt hat, als sei sie eine vollendete Tatsache. Denn so sei bei manchen Gemeindemitgliedern der Eindruck entstanden, als habe er, Rieger, eine wichtige Information für sich behalten.

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Sicher ist: Die katholische Kirche - und nicht nur sie - will für die Landesgartenschau ein Angebot auf die Beine stellen. Dafür soll eigens ein Seelsorger abgestellt werden, der sich um die Laga-Aktionen kümmert. Aus Münster gebe es dazu schon positive Signale, "und darüber bin ich sehr froh", sagt Pfarrer Rieger.

Die katholische Kirchengemeinde hat mit den evangelischen Kirchen vor Ort und mit den Muslimen einen Arbeitskreis gegründet, in dem man sich über die Aktionen während der Landesgartenschau austauscht.

Rieger hat als ein erfolgreiches Modell die Landesgartenschau im westfälischen Oelde vor Augen. Die fand im Jahr 2001 statt und war ein außerordentlicher Erfolg. "Ich glaube, sie war sogar eine der erfolgreichsten Landesgartenschauen bundesweit", erinnert sich der Pfarrer. "Das lag auch daran, dass die Veranstalter konsequent die Zielgruppe Kinder angesprochen haben. Und Kinder kommen nie allein, Eltern oder Großeltern sind immer dabei. Das Konzept ist aufgegangen." Das Motto der damaligen Laga lautete "Blütenzauber und Kinderträume".

Die katholische Kirche hatte diese Landesgartenschau unter anderem mit einem täglichen Mittagsgebet, mit Lesungen und Andachten mitgestaltet. Außerdem waren Chöre aus der ganzen Umgebung aufgefordert worden, sich zu beteiligen. "Zu jeder vollen Stunde könnten zwei oder drei Lieder gesungen werden", meint Rieger. Noch steht allerdings das Konzept nicht fest. Wenn man so weit sei, dann werde er den Kontakt zu Thomas Frings suchen. "Ich habe seine Nummer. Ich werde ihn anrufen und fragen, ob er dabei mitmachen möchte." Und falls nicht, dann sei das eben so.

(s-g)