Kamp-Lintfort: Der SCI betreibt die neue Schirrhof-Kita

Kamp-Lintfort: Der SCI betreibt die neue Schirrhof-Kita

In der ehemaligen Ausbildungswerkstatt des Bergwerks West soll bis 2020 ein Familien-, Kultur- und Bildungszentrum entstehen. Der SCI wird in dem denkmalgeschützten Haus eine Kita mit fünf Gruppen und 90 Plätzen einrichten.

Für den SCI ist es die erste Kita, die er in Kamp-Lintfort betreiben wird. "In Moers sind wir aber bereits seit 23 Jahren Träger einer Kindertagesstätte an der Kirschenallee", betont SCI-Geschäftsführer Karl-Heinz Theußen auf Anfrage des Grafschafters. Der anerkannte Träger der freien Jugendhilfe hatte sich an einem von der Stadt Kamp-Lintfort im vergangenen Oktober ausgelobten Interessenbekundungsverfahren beteiligt - und den Zuschlag erhalten.

Die pädagogischen Inhalte für die Kindertagesstätte, die bis 2020 im Schirrhof, der früheren Ausbildung des Bergwerks West, entstehen soll, basiert auf dem Konzept, das der SCI so bereits in seiner Einrichtung in Moers-Meerbeck umsetzt. "Natur, Ernährung und Bewegung spielen eine große Rolle", erklärte der SCI-Geschäftsführer. Weitere Stichworte sind: Erfahrungsfeld der Sinne, Leben im Rhythmus, Spiel, Märchen, Musik und Waldtage. Erfahrung bringt der SCI, der in Kamp-Lintfort das Jugendcafé an der Moerser Straße betreibt, auch in den Bereichen Heilpädagogik und Inklusion ein. Der SCI will auch die Küche in der neuen Kita selbst betreiben. "In Meerbeck ist unsere Frischeküche öko-zertifiziert", berichtet Theußen. In der Bewerbung ging der freie Träger auch auf örtliche Besonderheiten wie die Landesgartenschau 2020 ein. "Auf dem Gelände stehen Freiflächen zur Verfügung, die es pädagogisch zu nutzen gilt", betont der SCI-Geschäftsführer. Die Gestaltung der künftigen Außenfläche wird deshalb eine Rolle spielen. "Es entsteht dort ja nicht nur eine neue Kita, sondern mit ,Friedrich-Heinrich' ein komplett neues Stadtquartier, in das Familien ziehen werden." Der SCI will sich auch dort mit seinen Erfahrungen einbringen. "Wir sind in Meerbeck ja bereits in einem Stadtentwicklungsprozess eingebunden." Die Stadt Kamp-Lintfort möchte auf diesem Teil des ehemaligen Zechengeländes ein Familien-, Kultur- und Bildungszentrum sowie ein Zentrum für Bergbautradition errichten. Das Land fördert das Vorhaben mit 4,3 Millionen Euro. Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW hat die Fördermittel bereits im vergangenen Juli genehmigt. Die Stadt erhält eine weitere Förderung in Höhe von 1,9 Millionen Euro, um im linken Gebäudeflügel des denkmalgeschützten Schirrhofs die neue Kindertagesstätte mit fünf Gruppen und 90 Plätzen einzurichten. Der Eigenanteil der Stadt beläuft sich auf rund 500.000 Euro.

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Die neue Kita wird sich das hufeisenförmige Gebäude zukünftig mit der Fördergemeinschaft für Bergmannstradition, linker Niederrhein, teilen. Während die Kindertagesstätte auf zwei Ebenen entstehen wird, soll der Traditionsverein, der bereits den Lehrstollen auf dem ehemaligen Bergwerksgelände betreibt, in die obere Etage des rechten Gebäudeteils einziehen. Die Entscheidung für den SCI als Träger der Kita ist im letzten Jugendhilfeausschuss gefallen. "Der SCI hat ein gutes Konzept vorgestellt, das speziell auf den Standort passt", erläuterte Christoph Müllmann, Jugenddezernent und Erster Beigeordneter.

Dort, wo noch bis 2012 junge Menschen in bergmännischen Berufen ausgebildet wurden, wird in etwa zwei Jahren eine Kita mit fünf Gruppen eröffnen. Foto: Patrick Pleul/dpa

Aktuell ist die Stadtverwaltung mit der Vergabe der Architekten- und Ingenieurleistungen befasst. Diese waren europaweit ausgeschrieben worden. "Es gab in dieser Woche erste Gespräche. Wir gehen davon aus, dass die Vergabe in den nächsten beiden Wochen stattfinden wird", teilte Müllmann mit. Der SCI wird die Kita voraussichtlich 2020 mit einer 15-köpfigen Belegschaft eröffnen.

(RP)