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Kaarst: Stadt steigt aus Vertrag mit Kino-Betreiber aus

Kaarst : Stadt steigt aus Vertrag mit Kino-Betreiber aus

Das Kino Kaarst wird künftig allein von der Schauplatz GmbH aus Langenfeld betrieben. Hintergrund ist eine Stellenstreichung.

Mittwoch ist in Kaarst Kinotag. Seit rund drei Jahren lädt die Stadt als Mit-Veranstalter ins Albert-Einstein-Forum (AEF) ein und zeigt dort Filme, die in der Regel maximal drei Wochen alt sind. 1200 Plätze hat das AEF, mit im Schnitt 8000 Besuchern pro Jahr ist das Angebot in der Bevölkerung gut angekommen, sagt Kulturmanager Klaus Stevens, der bisher Werbung und Marketing für das Kino in der Stadtverwaltung organisierte und mittwochs in der Regel auch im AEF mitarbeitete. Ab sofort ist die Stadt als Veranstalter jedoch nicht mehr dabei.

2014 hatte die Stadt Kaarst in Kooperation mit dem Langenfelder Kulturturbetrieb Schauplatz das Kino vom Neusser Kino Hitch übernommen, das das Kino Kaarst als Außenstelle betrieb. Die Technik wurde auf den neuesten digitalen Stand gebracht, dafür gab es für die Stadt sogar Zuschüsse der Film- und Medienstiftung in Höhe von 30 Prozent der Gesamtkosten von rund 47.000 Euro. Zwischen 12.000 und 13.000 Euro sind nach Angaben des Ersten Beigeordneten Sebastian Semmler ab dann jährlich in die Stadtkasse zurückgeflossen. "Dem stehen Ausgaben von 6000 bis 7000 Euro gegenüber."

Dass die Stadt sich als Mit-Veranstalter des wöchentlichen Kinos nun zurückzieht, hat indes weniger mit Geld zu tun. Klaus Stevens geht offiziell zum 1. Juni in Pension, feiert jetzt schon Überstunden und Urlaub ab, seine Stelle wird aber nicht wieder besetzt, wie Semmler bestätigt: "Wir sind im Sinne der Haushaltskonsolidierung angehalten, zu sparen", sagt er, "wir haben Stevens' Stelle auseinandergezogen und geschaut, wie was auf welche Schultern verteilt werden kann."

14 Mitarbeiter hat der Fachbereich Kultur, Medien, Netzwerke und Stadtmarketing, den Dieter Güsgen leitet - Stevens war bisher sein Stellvertreter -, von denen einige nach Semmlers Auskunft ihr Stundenkontingent erhöht haben. Die Kino-Organisation war eine zeitintensive Aufgabe und wichtiger Teil von Stevens' Arbeit, sagen Semmler und Güsgen. "Und weil wir wollen, dass das Kino in Kaarst weiterlebt, wird Klaus Stevens sich weiterhin darum kümmern", sagt Güsgen. Aber eben nicht mehr als Angestellter der Stadt.

Stevens wird einen Vertrag mit der Schauplatz GmbH schließen und sich in deren Auftrag um das Marketing und den Kino-Betrieb kümmern. "Für die Besucher wird sich nichts ändern", verspricht der Fachbereichsleiter, "auch der Mittwoch als Kinotag bleibt." Aber die Langenfelder sind ab sofort alleinige Veranstalter des Kaarster Kinos. "Wir machen noch über die Stadtverwaltung die Werbung", erklärt Güsgen, "aber es fließt kein Geld mehr."

Der alte Vertrag mit der Schauplatz GmbH wurde aufgelöst, ein neuer geschlossen. Die Stadt bleibt demnach im Besitz des Beamers und stellt den Raum zur Verfügung, erklärt Semmler. "Der Beamer kann ja auch anders genutzt werden."

Eine Schließung des Kinos würde zum jetzigen Zeitpunkt auch eher Kosten verursachen (von dem möglichen Protest der Kaarster Bevölkerung mal ganz zu schwiegen). Denn dann müsste die Stadt den 30-Prozent-Zuschuss zur digitalen Ausrüstung an die Film- und Medienstiftung zurückzahlen, wie auch Semmler zugibt.

(hbm)