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Kaarst: Automaten-Sprengung geplant?

Kaarst : Automaten-Sprengung geplant?

Vor dem Neusser Amtsgericht müssen sich seit Mittwoch zwei junge Erwachsene verantworten, denen vorgeworfen wird, eine Straftat geplant zu haben. Die beiden 27 und 25 Jahre alten Männer waren einer Polizeistreife aufgefallen, als sie im Frühsommer des vergangenen Jahres offenbar die Sparkassenfilliale in Büttgen ausspähen wollten.

Die beiden Tatverdächtigen kommen nicht aus Kaarst, sondern stammen aus Langenfeld und Monheim. Ihnen wird vorgeworfen, die Sprengung eines Geldautomaten in der Büttgener Sparkassenfiliale geplant zu haben. Vor der Umsetzung des Plans jedoch waren sie am 1. Juni aufgefallen, als sie sich nahe der Sparkasse aufgehalten hatten, mutmaßlich um den späteren Tatort auszuspähen. Auf den Bildern der Überwachungskamera im Foyer der Sparkasse waren die beiden nicht zu sehen.

Die Polizei nahm sie aber noch vor Ort fest. Denn laut Anklage hatten die Beamten im Fahrzeug der Verdächtigem die erforderlichen Vorrichtungen gefunden, die für die Sprengung eines Geldautomaten notwendig sind, wie etwa Hammer und Brecheisen, aber auch eine Konstruktion aus zwei Gasflaschen.

Außerdem sollen die Beschuldigten sich zuvor im Internet über die notwendigen Materialien für eine solche Sprengstoffexplosion informiert haben. Allerdings sollen sie sich dabei im Wesentlichen auf einen Geldautomaten in Moers-Kapellen konzentriert haben. Die jungen Männer bestreiten den Vorwurf, mit dem Plan, den Sparkassenautomaten zu sprengen, in Büttgen gewesen zu sein. Im Prozess gaben sie an, den Automaten in Moers-Kapellen im Visier gehabt zu haben. Vor Ort seien ihnen aber Bedenken gekommen. Aus Angst, sich und andere verletzen zu können, hätten sie von ihrem Vorhaben abgelassen. In Büttgen seien sie nur unterwegs gewesen, weil der ältere der beiden dort früher im Kinderheim gewesen sei und seinem Freund den Ort habe zeigen wollen.

Ein Gutachter soll nun zunächst festellen, ob mit den Gasflaschen die Sprengung eines Geldautomaten überhaupt möglich gewesen wäre. Der Prozess wird fortgesetzt.

(dagi)