1. NRW
  2. Städte
  3. Kaarst

Kaarst: Krippenbauer will seine eigene Marke schaffen

Kaarst : Krippenbauer will seine eigene Marke schaffen

Großes handwerkliches Können machen die Krippen von Dr. Wulf Botterbeck aus. Sie sollen die Basis für einen Kaarster Krippenweg sein.

Als Orthopäde war Dr. Wulf Botterweck akribisches Arbeiten gewohnt. Jetzt, als Ruheständler, widmet sich der 71-jährige Kaarster dem Bau von Weihnachtskrippen mit demselben Sorgfaltsanspruch. Und ihm schwebt etwas ganz Besonderes vor: Ein Krippenweg in Kaarst, wie es ihn in etlichen Städten bereits gibt. Den Grundstein dazu legte er jetzt höchstpersönlich, indem er drei seiner Krippen in den Schaufenstern von zwei Geschäften und auf dem Tresen eines Restaurants platzierte.

Im Schaufenster der Buchhandlung Am Maubishof ist die orientalische Variante zu bewundern. Botterweck hat sein Werk bis ins kleinste Detail durchdacht. Ein Beispiel: Auf das Lamm als Zeichen des Opfertods Jesu hat er bewusst verzichtet: "Die sehen immer aus wie Pudel." Stattdessen musste ein Stern genügen. Die Ruinen sind dem Krippenbauer hervorragend gelungen. Sie symbolisieren die Trennung von Altem, um Platz zu schaffen für Neues. Die Wasserstelle steht für das Taufwasser, das Wasser des Heiligen Geistes.

Den "Krippenzement" lässt sich, wie er erzählt am besten aus Kreide, Leim und Sägemehl herstellen. Die Flechten in den Bäumen schuf er aus Teepulver.

In zur Friedensstraße ausgerichteten Schaufenster der Martinus-Apotheke ist eine typisch alpenländische Krippe mit Wasserbrunnen, Ziegenstall, Geburtsstall, Bauernhaus, Holzplatz und Backofen zu sehen. Das Morbide wirkt sehr routiniert gemacht. Eine Besonderheit dieser Krippe: Sie wird eingefasst von einem antiken Bilderrahmen. Den Hintergrund bildet ein fotografisch bearbeitetes Gebirgsbild.

Der Kaarster Krippenbauer brauchte für dieses Modell ganze drei Monate. Viele Lösungen spiegeln seinen Einfallsreichtum und die Liebe zum Detail wider. So malte er Eislöffelchen silber an und machte daraus einen Spaten. Aus einer alten Geldbörse "schneiderte" der Orthopäde die Lederschürze von Josef. Er legt Wert darauf, dass seine Krippen von Kennern auf den ersten Blick als "Botterweck-Krippen" erkennbar sind.

Herausragend sind die Umsetzung der Symbolik und die Liebe zum Detail sowie die handwerklich perfekte Umsetzung der Ideen. Kleiner als die beiden anderen Krippen ist die Krippe in niederländischer Landschaft mit alter Bockwindmühle und Krippenstall: Sie steht in der Gaststätte "Bürgerkeller" an der Neusser Straße.

Eine Besonderheit an dieser Krippe sind nicht nur die kompakten Abmessungen, sondern vor allem das Hochformat. Auf der Mühle weht ein Fähnchen, was nach Geburten früher üblich war.

Wulf Botterweck würde sich freuen, wenn nächstes Jahr weitere Exemplare für einen Kaarster Krippenweg den hinzukämen.

(NGZ)