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Kaarst: Keine Fachkräfte fürs Oberstufencafé

Kaarst : Keine Fachkräfte fürs Oberstufencafé

Innerhalb der offenen Kinder -und Jugendarbeit sollen die sozialpädagogische Fachkräfte neu verteilt werden.

CDU, SPD, Die Grünen, FDP, UWG, Zentrum, Paritätischer Wohlfahrtsverband, Diakonie und die Evangelische Jugend Holzbüttgen haben ihre Vorstellungen von der künftigen offenen Kinder- und Jugendarbeit auf einen gemeinsamen Nenner gebracht — was sich auch in einem einstimmigen Beschluss des Jugendhilfeausschusses in seiner jüngsten Sitzung widerspiegelt.

Demnach soll diese Sparte der Jugendarbeit künftig neu geordnet werden, ohne dass die Kosten insgesamt steigen. Neu eingeführt werden soll die sogenannte Gehstruktur. Damit ist gemeint, dass sozialpädagogische Fachkräfte versuchen, auch außerhalb ihrer Einrichtungen auf Kinder und Jugendliche zuzugehen und sie eventuell an ihr Haus binden.

Der parteiübergreifenden Einigkeit steht aber auch Unzufriedenheit gegeben. So fühlt sich die Katholische Kirche übergangen: "Wir finden es schade, dass wir während der zwei Jahre dauernden Gespräche nicht miteinbezogen worden sind", erklärte Birgit Pannenbecker in der Ausschusssitzung. Und unzufrieden sind auch viele Schüler des Albert-Einstein-Gymnasiums, die das mit Hilfe eines Transparents und der Aufschrift "Bebop — unser 2. Zuhause" zum Ausdruck brachten. Der Hintergrund: Mindestens ebenso gerne wie die Cafeteria in ihrer Schule nutzen die AEG-Oberstufenschüler das "Pausencafé" im nahen Bebop. Udo Hartings (SPD) sprach in diesem Zusammenhang jedoch von einem Luxusproblem. Die pädagogischen Fachkräfte, die während der Öffnungszeiten des Cafés im Bebop anwesend sind, könnten an anderer Stelle sinnvoller eingesetzt werden.

Der gemeinsame Antrag zielt vor allem auf eine gleichmäßigere Verteilung der offenen Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen im Stadtgebiet ab. Uschi Baum, Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses, formulierte eine Forderung, die alle Fraktionen stellen: "Die Kinder müssen in Vorst raus aus dem Keller." Sie meint die Einrichtung der katholischen Kirche, den "Teapot".

Der Vorschlag der Fraktionen: Die katholische Kirche könnte ihre Aktivitäten bündeln, und zwar in neuen Räumen in Vorst, die noch gesucht werden müssten. Dafür könnten der "Treff am Turm" in Kaarst und das K 24 in Holzbüttgen aufgegeben werden. Die offene Jugendarbeit in Holzbüttgen würde sich dann auf das JC, das Jugendzentrum der evangelischen Kirche, konzentrieren. Das Bebop könnte Ressourcen in andere Ortsteile verschieben, die Jugendfreizeiteinrichtung im Kaarster Westen könnte auf eine volle Stelle aufgestockt werden, gegebenenfalls bei gleichzeitigem Stellenabzug vom Bebop. Nur in Büttgen sind keinerlei Veränderungen vorgesehen.

Um der katholischen Kirche entgegenzukommen, wurde der Beschlussvorschlag auf Anregung von Sebastian Johnen (CDU) leicht abgeändert. Die Verwaltung wurde beauftragt, mit den freien Trägern in Verhandlungen zu treten, die jetzt "ergebnisoffen" sein sollen.

Ein Konzept mit "Gehstruktur" bedeutet zudem, dass es reine Streetworker auch künftig nicht geben wird. Stattdessen soll das Fachpersonal der Jugendfreizeiteinrichtungen sich eben bewegen und junge Menschen auch dort aufsuchen, wo sie sich aufhalten.

(NGZ)