Hückeswagen: Schützenverein sucht dringend Nachwuchs

Hückeswagen: Schützenverein sucht dringend Nachwuchs

Die Zeiten, als in der Jugendabteilung 50 Jungen und Mädchen ihr Können zeigten, sind vorbei. Der Verein wirbt für den Schießsport.

Lukas Kunz lädt konzentriert das Kleinkalibergewehr. Die Handgriffe des 17-Jährigen sind routiniert, schnell ist die kleine Kugel untergebracht. Er legt den Lauf auf, bringt sich selbst in Position und steht ganz still. Kunz atmet flach. Als er das nächste Mal ausatmet, löst er aus. Als er die Karte, die ihm in zehn Meter Entfernung als Ziel dient, zu sich holt, blickt er zufrieden auf das Stück Papier. Zwei Schuss, zweimal ins Schwarze. 15 Karten wird Kunz beim Ostereierschießen einspannen, bevor er den Nächsten sein Glück versuchen lässt. Für einen Treffer ins Schwarze gibt es ein Osterei. 50 Schützen beweisen ein ruhiges Händchen - so wie Kunz. "Ich bin eigentlich schon mein ganzes Leben lang Mitglied im Schützenverein", erzählt er, "das ist Familientradition." Mit sechs Jahren hielt er zum ersten Mal ein Lasergewehr in den Händen, mit zehn das Luftgewehr, vor anderthalb Jahren stieg er auf das Kleinkaliber um.

Was die Faszination ausmache? "Der Wettbewerb", sagt Kunz. Er habe schnell Erfolge gefeiert. Es begann mit Auszeichnungen bei Vereinsmeisterschaften, dann auf Kreis- und Bezirksebene und schließlich bei den Landesmeisterschaften - Bestleistung: 345 von 400 Ringen. "Alles unter 300 enttäuscht mich inzwischen", erzählt er. Er spiele auch noch Handball, sagt er. Und er merke, wie er in beiden Sportarten von der anderen profitieren könne. Konzentration und Koordination habe ihm der Schießsport beigebracht.

Jugendliche, die sich so treu im Verein engagieren wie Kunz gibt es bei den Schützen immer weniger. "Schule und Hausaufgaben nehmen mehr Zeit in Anspruch", sagt Jugendwart Holger Fuhr-Leyens. Jugendliche würden sich nicht mehr so schnell an einen Verein binden, und aus den eigenen Reihen gebe es auch keinen Schützennachwuchs. "Hinzu kommt, dass Kinder bei uns erst ab zehn Jahren schießen dürfen", sagt der Vorsitzende Stefan Lorse, "und dann sind sie meist schon in einem anderen Verein untergekommen." Auch das schlechte Image des Schießens mache es der Nachwuchsarbeit schwer. Dabei seien die Auflagen und Regeln streng, die Disziplin groß. "Wir laufen ja nicht mit einer Flinte durch die Gegend", sagt Fuhr-Leyens. Der Verein habe hochmoderne Hightech-Sportgeräte. "Und als erstes lernen Kinder bei uns den richtigen, verantwortungsvollen Umgang mit der Waffe", sagt er. Dann würden sich meist schnell Erfolge einstellen, so dass Kinder und Jugendliche schon wenige Monate nach dem Startschuss an Wettkämpfen teilnehmen könnten.

Neben dem Sport bemüht sich der Jugendwart um ein abwechslungsreiches Freizeitprogramm. Geeignet seien alle interessierten Kinder und Jugendlichen. Kinder ab zehn Jahren sind zum Probetraining eingeladen - dienstags, 17 Uhr, am Schießstand. Info: Tel. 6830 oder per E-Mail an: blohfeld@aol.com

(resa)