Hückeswagen: Gänsehautmomente in der Pauluskirche

Hückeswagen: Gänsehautmomente in der Pauluskirche

Der Hückeswagener Chor "Joyful Gospels" sang am Donnerstagabend bei der "Black & White"-Tour zusammen mit Deborah Woodson.

Der Hückeswagener Chor "Joyful Gospels" sang am Donnerstagabend bei der "Black & White"-Tour zusammen mit Deborah Woodson.

Extra für das Konzert hatte der Hückeswagener Chor "Joyful Gospels" neue Choreografien einstudiert. Foto: Moll Jürgen

Der Chor schien zu schweben. "Joyful Gospels" startete das Gemeinschaftskonzert in der Pauluskirche mit amerikanischen und afrikanischen Titeln. Meist a cappella gesungen oder zurückhaltend begleitet mit Gitarre und Flöte. Dazu bewegten sich die Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Astrid Ruckebier in einer sparsamen Choreographie. Das war schön gemacht und richtig gut gesungen.

Als dann aber Deborah Woodson - nur begleitet durch ihren Keyboarder Bodry Johnson Koke - ihr erstes Lied anstimmte, erfüllte ungläubiges Staunen die Pauluskirche, und die Stimme der US-Amerikanerin, die in Köln lebt, sorgte beim Publikum für eine durchgehende Gänsehaut. Woodson füllte mit ihrer Stimme und Ausstrahlung die Kirche besser und umfassender als ein kompletter Chor. "Unglaublich, ein Wahnsinn. Ich glaube, da fehlt uns ein Gen", sagte eine Zuhörerin.

Dann trat noch die Begleitung, die "Gospelmates", hinzu. Mit Sängerin Claudine Abusu, Sänger Honoré Haase und Keyboarder Günther Heck erlebte die Pauluskirche eine ganz neue christliche Musik. "Steht auf and pray the lord!" - es waren wunderbare Kommentare der Sängerin, die Englisch, Deutsch und sogar Kölsch mischte. "Et küt wie et küt": Sicher ein ungewohnter Ausspruch in einer Kirche. Doch das machte die Sängerin sympathisch.

  • Hückeswagen : "Joyful Gospels" singt mit Woodson

"In Deutschland kommen die Kirchenbesucher als Zuschauer. Bei uns sind sie jeden Sonntag mittendrin, alle sind dabei und alle machen mit. Es ist ein Fest, und die Musik ist eine gute Nachricht", erklärte Woodson. Die "Black & White"-Konzerte sollen zusammenführen. "Wir arbeiten zusammen, fahren zusammen mit dem Bus, gehen gemeinsam ins Kino oder ins Restaurant, besuchen Konzerte, aber beim Gottesdienst sind schwarz und weiß wieder getrennt. Im Gotteshaus sind jedoch alle gleich und alle willkommen", betonte die Sängerin. Auch dafür gab es spontanen Applaus. Zudem passten nicht nur an diesem Abend Schwarz und Weiß prima zusammen: wie etwa die Tasten auf dem Keyboard und der weiße Musiker Günther Heck, der mit der farbigen Sängerin Deborah Woodson verheiratet ist.

Spannend sind die gemeinsamen Auftritte der Profis mit den Chören jedes Mal. "Es gibt ja keine gemeinsamen Proben", erklärte Organisator Gerd Knuth vom Gospel-Büro Köln. Nur ein bisschen ansingen, das sei alles. Aber die Profis können einen ganzen Chor mitreißen und auch begeistern. Das klappte am Donnerstagabend mit "Joyful Gospels" jedenfalls gut.

"Ich singe von dem, was ich glaube - und ich glaube, was ich singe. Mein Herz schlägt für Gospel", betonte die Sängerin. Nur kann sie von dieser Musik allein nicht leben, schon gar nicht in Deutschland. Deshalb sind Musicals, viele Fernsehproduktionen und Tourneen mit anderen Bands und Künstlern ihre Hauptaufgabe. "Aber einmal im Jahr muss Gospel sein", sagte Veranstalter Gerd Knuth. Die diesjährige Gospel-Tournee führt in 18 Städte. Dorthin, wo es einen Gospelchor gibt. So gab es am Donnerstagabend eine ganz neue Musik in der Pauluskirche.

(wsb)