Hückeswagen: Pläne für West 3 werden öffentlich ausgelegt

Hückeswagen: Pläne für West 3 werden öffentlich ausgelegt

Die Vorarbeiten für das neue Gewerbegebiet gehen weiter zügig voran. Im Herbst beginnt die Vermarktung.

Wer schon vorab wissen will, wie das neue Gewerbegebiet im Westen der Stadt einmal aussehen wird, hat bald Gelegenheit, sich die Pläne bis ins Detail anzusehen. Sie werden zwischen dem 27. April und 1. Juni für jeden zugänglich im Bauamt im Schloss ausliegen und Interessierten bei Bedarf dort auch von den Fachleuten der Stadt erläutert. Der Planungsausschuss beschloss die sogenannte öffentliche Auslegung in dieser Woche einstimmig. Er fasste noch weitere formale Beschlüsse, die nach dem Gesetz notwendig sind, bevor die Bagger auf dem großen Gelände zwischen Kammerforsterhöhe, Junkernbusch und Heidt anrollen können, um zunächst die Trasse für die Haupterschließungsstraße herzurichten.

"Wir haben damit einen ganz wichtigen und großen Schritt für Hückeswagen getan", zog danach Bürgermeister Dietmar Persian ein rundum positives Fazit. Mit dem neuen Gewerbegebiet werde die Stadt wieder in die Lage versetzt, ansiedlungswilligen Unternehmen auch von außerhalb geeignete Standorte anzubieten. Denn in den vorhandenen Industrie- und Gewerbegebieten ist kaum noch Platz für neue Betriebe. Im Herbst will die stadteigene HEG mit der Vermarktung der Grundstücke beginnen. Eine gute Nachfrage zeichnet sich bereits ab.

Das gilt auch für die Wohnbaugrundstücke, die im Zusammenhang mit der Erschließung des Gewerbegebiets angrenzend an die Ortschaft Heidt ausgewiesen werden und die diese kleine Siedlung arrondieren sollen. "Das Interesse, dort ein Haus zu bauen, ist so groß, dass wir bereits eine Warteliste angelegt haben", berichtete Dieter Klewinghaus von der Verwaltung im Ausschuss. Auch die Wohnbaugrundstücke werden über die HEG vermarktet.

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Für West 3 müssen große Teile der heute noch landwirtschaftlich genutzten Flächen quasi komplett versiegelt werden. Dieser Eingriff in die Kulturlandschaft kann ökologisch auch nicht annähernd innerhalb des Plangebietes ausgeglichen werden. Ein Teilausgleich ist immerhin geplant. So soll unter anderem der heute noch unterirdische verlaufende und verrohrte Junkernbuscher Bach wieder freigelegt und renaturiert werden. Das kündigte Günter Kursawe vom Planungsbüro Grüner Winkel an. Das Fachbüro für Landschafts- und Freiraumplanung kümmert sich im Auftrag der Stadt darum, dass die gesetzlichen Vorgaben zum ökologischen Ausgleich von Eingriffen in die Landschaft erfüllt werden.

Der Ausgleich, der in West 3 nicht zu schaffen ist, soll wenigstens im Stadtgebiet von Hückeswagen umgesetzt werden. Der Oberbergische Kreis hat der Stadt drei Jahre Zeit gegeben, geeignete Ausgleichsflächen zu finden und ökologisch aufzuwerten. Das ist dann so etwas wie ein zeitlicher Überziehungskredit aufs städtische Ökokonto. Laut Kursawe werden rund zehn bis zwölf Hektar Fläche in Hückeswagen gebraucht, um den ökologischen Ausgleich für West 3 herzustellen.

Die Bergische Agentur für Kulturlandschaft, eine Tochtergesellschaft der Biologischen Station Oberberg, wird nun deswegen in Kontakt mit den örtlichen Landwirten treten, die zum Ausgleich geeignete Flächen besitzen oder gepachtet haben. Die Stadt will diese Flächen nicht ankaufen, sondern nach der ökologischen Aufwertung weiter durch die bisherigen Eigentümer oder Pächter, also die Landwirte, bewirtschaften lassen. Davon sollen letztlich beide Seiten profitieren.

(bn)