Drei Teilnehmer beim Kanuschnuppertag auf der Bever

Schnuppertag : Als Team über die Bever-Talsperre paddeln

Der Kanuschnuppertag ist ein Angebot der Rehabiliations- und Behindertensportgemeinschaft für Menschen mit und ohne Behinderung. Am vergangenen Samstag stachen drei Jungen in See.

Beim Kanufahren sitzen alle in einem Boot – egal, ob mit oder ohne Behinderung. Daher lädt die Rehabilitations- und Behindertensportgemeinschaft (RBS) als Ausrichter und der Behinderten- und Rehabilitationssportverband Nordrhein-Westfalen (BRSNW) als Veranstalter jedes Jahr zu einem integrativen Kanuschnuppertag an die Bever-Talsperre ein. Am Samstag waren nur drei Jungen der Einladung gefolgt. Djamal (13), Jan-Philippe (14) und Yannick (12) merkte man ihre Vorfreude an. Sie nahmen erst einmal eine Abkühlung im Wasser, bevor sie sich die Schwimmwesten anlegten, die Paddel in die Hand nahmen und ins Kanu stiegen.

Edgar Begier von der Fachabteilung Kanusport des BRSNW gab ein paar grundsätzliche Anweisungen und dann ging es auch schon hinaus aufs Wasser. Mit gleichmäßigen, kräftigen Paddelstößen hatten die Kanu-Insassen bald die Mitte der Talsperre erreicht. Dass in diesem Jahr nur wenige Kinder und Jugendliche gekommen waren, enttäuschte die Organisatoren nicht. „Wir können auch mit diesen drei Jungs Spaß haben“, sagte die RBS-Vorsitzende Brigitte Thiel.

Kanufahren ist eine optimale Sportart, die Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit und ohne Handicap gemeinsam ausüben können. Selbst Rollstuhlfahrer haben sich schon beteiligt. „Es gibt nur zwei Ausnahmen, wer nicht ins Boot sollte. Das sind Menschen, die krampfgefährdet sind oder die einen Katheder tragen - wegen der Infektionsgefahr in Kontakt mit Wasser“, sagte Begier. Vier Boote hatte der Wassersportler aus Wanne-Eickel mitgebracht, zwei davon wurden gemeinschaftlich abgeladen und zu Wasser gelassen. Dann gab es einige wichtige Tipps, um sich mit dem Boot möglichst effektiv vorwärts zu bewegen und wenden zu können.

Begleitet wurden die Kinder von Gisela Baum und Gerald Klimt. „Wir machen das alle ehrenamtlich“, sagte Begier, der die Stimmung trotz der wenigen Teilnehmer hochhielt. „Wir haben alle einen Animationscharakter und können auch Leute überreden ins Kanu einzusteigen, die eigentlich nicht mitfahren wollten“, sagte er und lachte. Abgesichert wurde die Kanutour über die Talsperre von der DLRG, die mit ihrem Motorboot für Rettungseinsätze parat stand.

Für Begier ist Kanufahren der perfekte Integrationssport. „Wir gehen auch auf Messen und zeigen, dass es geht“, berichtete er. Djamal, Jan-Philippe und Yannick hatten alle schon Bootserfahrung. Entsprechend fit waren sie in ihren motorischen Fähigkeiten beim Paddeln. „Wir machen so lange, bis keiner mehr Lust hat“, sagte Edgar Begier. Nach 90 Minuten setzte dann allerdings der angekündigte Regen ein. „Das ist halt eine Outdoor-Sportart, da muss man mit leben“, fügte der Kanu-Profi lachend hinzu. Seit mehr als zehn Jahren bietet die RBS den kostenlosen Kanu-Schnuppertag in Hückeswagen an. „Im nächsten Jahr machen wir das wieder“, kündigte Brigitte Thiel schon jetzt an.

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