Hückeswagen: Angebot an Kita-Plätzen wird erweitert

Hückeswagen : Angebot an Kita-Plätzen wird erweitert

Es ist eng geworden in den Kindertagesstätten der Stadt. Darauf reagiert jetzt die Arbeiterwohlfahrt mit einem Neubau: Sie will ihr Familienzentrum in Wiehagen deutlich erweitern und künftig mehr Plätze in der Tagesbetreuung anbieten.

Der Bauantrag ist zu Beginn dieser Woche im Gummersbacher Kreishaus eingegangen: Die Arbeiterwohlfahrt (Awo), die in Hückeswagen seit vielen Jahren zwei Familienzentren mit Kindergärten betreibt, will ihre Johanna-Heymann-Kindertagesstätte an der Blumenstraße in Wiehagen vergrößern und plant dafür einen Erweiterungsbau auf ihrem Gelände neben der Grundschule. Das berichtete David Mauelshagen vom Kreisjugendamt am Dienstagabend im Sozialausschuss.

Bislang ist in der Kita Platz für 40 Kinder. Nun sollen 45 zusätzliche Plätze in zwei Gruppen geschaffen werden. Im bestehenden Gebäude ist das nicht möglich, deswegen ist der Erweiterungsbau zwingend notwendig. Sobald er eröffnet werden kann, wird das "Familienzentrum Johanna Heymann" mit 85 Plätzen die größte Kindertagesstätte in Hückeswagen sein.

Ob damit das Gesamtangebot an Kita-Plätzen in der Stadt auch angesichts der seit Jahren wieder ansteigenden Geburtenzahlen ausreichend sein wird, muss erst einmal abgewartet werden. Mauelshagen kommentierte es so: "Wir müssen anhand aktueller Zahlen im nächsten Jahr genau betrachten, was darüber hinaus eventuell noch notwendig sein könnte."

Das Angebot der Kinder-Tagesbetreuung in Hückeswagen sei aus Sicht des Kreisjugendamtes derzeit jedenfalls "weitestgehend bedarfsgerecht", nachdem im Vorjahr bereits der Kindergarten des Johannesstifts um eine "Waldgruppe" für 20 Kinder erweitert worden war. Aber: "Mit einem weiteren Anstieg der Nachfrage ist zu rechnen", räumte Mauelshagen ein. Für Kinder ab drei Jahren besteht ein Rechtsanspruch auf einen Platz in der Kindertagesstätte. Eine Pflicht zum Kita-Besuch, analog zur späteren Schulpflicht, gibt es allerdings nicht. Eltern, die ihre Kinder nicht spätestens mit drei Jahren in einer Kindertagesstätte anmelden, sind jedoch die seltene Ausnahme, weil dort auch die Grundlagen für den späteren Schulbesuch gelegt werden.

Der Rechtsanspruch umfasst nicht gleichzeitig das Recht auf einen Platz in der Kita eigener Wahl. Heißt: Die Eltern müssen für ihr Kind im Zweifelsfall den Platz nehmen, den sie bekommen können, auch wenn sie eine andere Einrichtung in der Stadt und einen anderen Träger vielleicht bevorzugen würden. Für jüngere Kinder unter drei Jahren gibt es keinen Rechtsanspruch auf einen Platz in der Kita. Das Kreisjugendamt geht davon aus, dass im gesamten Oberbergischen Kreis mit seinen 13 Städten und Gemeinden für 35 Prozent der Unterdreijährigen eine Tagesbetreuung notwendig ist. Diese Quote wird auch erreicht, in Hückeswagen liegt sie sogar mit 37 Prozent leicht darüber. Tagesbetreuung bedeutet allerdings nicht zwangsläufig, dass die Kleinen in einer Kita aufgenommen werden. Alternativ dazu ist die Betreuung durch Tagesmütter möglich. Nur durch dieses Angebot jenseits bestehender Einrichtungen kann die 35-Prozent-Quote kreisweit erfüllt werden.

Die Aufwendungen für die Kindertagesbetreuung gehören zu den großen Ausgabeposten im Etat des Kreisjugendamtes, der über die Jugendamtsumlage finanziert wird. Diese Umlage müssen die oberbergischen Kommunen ohne eigenes Jugendamt an den Kreis zahlen.

Im zurückliegenden Jahr flossen knapp 1,8 Millionen Euro vom Kreis in den Betrieb der Hückeswagener Kindertagesstätten.

(bn)
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