Hückelhoven: Die Flüchtlingshilfe wird gebündelt

Hückelhoven : Die Flüchtlingshilfe wird gebündelt

Im Rahmen der Arbeit der Flüchtlingspaten ist nun eine Kooperationsvereinbarung zwischen der Stadt Hückelhoven und weiteren Akteuren unterzeichnet worden. Alle streben ein gemeinschaftliches Engagement an.

Regionaldekan Gottfried Maria Graaff brachte es auf den Punkt: "Die Institutionen können zwar die Logistik zur Verfügung stellen, das ist unsere verdammte Pflicht. Vielmehr braucht es aber Menschen, die ,brennen' - so wie beispielsweise Ulrike Minkenberg." Nicht nur Graaff setzte allzu gerne seine Unterschrift unter dieses wichtige Papier: Die Stadt Hückelhoven, der Caritasverband für die Region Heinsberg, das Katholische Forum für Erwachsenen- und Familienbildung Mönchengladbach und Heinsberg, die Gemeinschaft der Gemeinden Hückelhoven und die Evangelische Kirchengemeinde Hückelhoven haben die Kooperationsvereinbarung zu Flüchtlingspaten unterzeichnet. Das gemeinsame Ziel: Flüchtlingen in Hückelhoven einen guten Start zu ermöglichen und sie in ihrem schwierigen Alltag zu begleiten. Angestoßen wurde das Projekt von Ulrike Minkenberg, die mit ihrer Idee im Hückelhovener Rathaus offene Türen einrannte.

Rund 160 Asylbewerber aus 31 Nationen leben derzeit in Hückelhoven, dabei, so betont die Stadt, sei die Zahl nahezu täglich wechselnd. "Die Menschen lassen ihre Heimat wegen der persönlichen Gefährdung hinter sich. Da ist es ein Gebot der Menschlichkeit, für diese Menschen einen Raum und Rahmen zu schaffen", so Graaff weiter. Er sei froh, dass sich viele Akteure dieser herausfordernden Aufgabe stellen.

Franz-Josef Unland, der Leiter des Katholischen Forums, nahm diesen Faden schließlich auf. "Eine gute Willkommenskultur braucht Menschen, die die Flüchtlinge begleiten. Dabei ist es aber auch wichtig, dass die Flüchtlingspaten qualifiziert und in ihrer Rolle gestärkt werden." Die Flüchtlingspaten nannte er zudem auch Kulturdolmetscher.

Das Hückelhovener Engagement nannte Gottfried Küppers vom Caritasverband "vorbildlich", allerdings müsse klar sein, dass die gesamte Gesellschaft bei der Bewältigung dieser wichtigen Aufgabe gefordert sei. Dem stimmte der evangelische Pfarrer Frank Mischnik zu: "Ich bin dankbar, dass in diesem Zusammenhang etwas angelaufen ist." Er zeigte sich vor allem vom unkomplizierten Miteinander dieses runden Tisches beeindruckt.

Unterdessen freut sich Ulrike Minkenberg als Ideengeberin: "Es ist irre, welche Eigendynamik sich daraus entwickelt hat. Mir geht es um die große Zahl der hilfesuchenden Menschen, da werden die Aufgaben immer spezieller." Bürgermeister Bernd Jansen nannte ergänzend den entscheidenden Aspekt, "dass wir noch Blockaden in den Köpfen lösen müssen. Um vor allem auch den Kindern Perspektiven zu bieten, arbeiten wir derzeit daran, eine integrative Gruppe an einer Grundschule einzurichten". Auf das Stichwort Bildung reagierte dann auch Franz-Josef Unland: "Da kommen Menschen mit vielen Potenzialen zu uns. Davon können wir lernen." Zum Abschluss ergriff Heinz-Josef Schmitz, der Leiter des Sozialamtes der Stadt Hückelhoven, das Wort: "Petra Hudler als Koordinatorin bei der Stadt und Ulrike Minkenberg haben eine wahre Sisyphos-Arbeit geleistet, die sich aber für die Menschen schon auszahlt."

(RP)