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Hückelhoven: Mit dem "Walking Bus" zu Fuß zur Schule

Hückelhoven : Mit dem "Walking Bus" zu Fuß zur Schule

Die Hilfarther Gemeinschaftsgrundschule hat eine gute Idee aus Mönchengladbach aufgegriffen. Statt mit dem eigenen Auto, führen Eltern Schülergruppen zu Fuß zur Schule und sorgen so für mehr Bewegung im Leben der Kinder.

Die Gemeinschaftsgrundschule in Hilfarth startete diese Woche ihr Projekt mit dem Namen "Walking Bus". Konrektorin Nicole Meiners wurde durch Schulen in Mönchengladbach auf Initiativen dieser Art aufmerksam und hatte so die ungewöhnliche "Buslinie" ins Rollen gebracht. Ungewöhnlich deshalb, weil es hier gar nicht um ein Fahrzeug auf Rädern geht, sondern um den durch Eltern begleiteten Fußweg zur Schule in Gruppen mit festgelegten Treffpunkten, die wie Bushaltestellen wirken.

Hintergrund des "Walking Bus" ist das hohe Aufkommen an Autos rund um die Grundschule zu Unterrichtsbeginn. Viele Eltern bringen ihre Kinder lieber mit dem Pkw zur Schule, weil ihnen der Straßenverkehr um die Schule herum zu gefährlich erscheint. Schulleiterin Sabine von Livonius und Konrektorin Nicole Meiners möchten das Verkehrsaufkommen mit dem "Walking Bus" reduzieren und können gleichzeitig für mehr Bewegung der Grundschulkinder sorgen.

Bürgermeister Bernd Jansen wunderte sich erst über den Namen "Walking Bus", erkannte aber nach einer Erläuterung die Vorteile einer solchen "Fuß-Linie". Diese motiviere die Kinder zu mehr Bewegung und trage zur Gesundheit der Kinder bei, sagt der Bürgermeister.

Die Idee hatte Meiners zwar schon im Juni, bis aber alles offiziell durch die Stadt Hückelhoven und die Verkehrspolizei abgesegnet und geplant war, verging eine lange Organisationszeit. In dieser ging es unter anderem auch darum, eine geeignete Route zu finden sowie das Logo der Schilder für die Haltestellen zu entwickeln.

Das Logo sollte von den Kindern entworfen werden, damit sie einen Bezug zu den Schildern haben. Deshalb fand ein Malwettbewerb an der GGS Hilfarth statt, an dem alle Schülerinnen und Schüler teilgenommen hatten. Eine Drittklässlerin gewann letztlich den Wettbewerb und lieferte somit das Logo für die Schilder. Bei der Umsetzung für die Schilder gab es Unterstützung von der "Architektur Galerie" und vom "Living Future Ingenieurbüro". Gestern fuhr die Linie 1 des "Walking Bus" erstmals los. Das funktioniert so, dass es wie bei einem normalen Bus feste "Abfahrtzeiten" gibt, zu denen die Kinder sich an den Treffpunkten einfinden müssen.

Cindy Berndt und Achim Kühn, zwei Eltern, gehen dann gemeinsam mit den Kindern zur Grundschule - und das bei Wind und Wetter. Für die Sicherheit ist in der dunklen Jahreszeit durch reflektierende Warnwesten gesorgt. Zusätzlich zu den begleitenden Eltern sorgen nach wie vor 14 Elternlotsen an Verkehrsübergängen für die sichere Straßenüberquerung.

Das Schulleiterteam plant für die Zukunft, weitere Linien ins Leben zu rufen. "Idealerweise gibt es dann am Ende fünf Walking-Buslinien, die sternförmig zur Grundschule laufen", sagt Nicole Meiners. Dafür müssen zunächst passende Routen und weitere Helfer gefunden werden.

(RP)