Postscriptum Die Woche In Unserer Stadt: Die Unicef-Gala ist ein wunderbares Geschenk

Postscriptum Die Woche In Unserer Stadt: Die Unicef-Gala ist ein wunderbares Geschenk

Keine andere Unicef- Benefizveranstaltung weltweit gibt es schon so lange wie die Unicef-Gala Hilden. Woran liegt das? Eine Liebes-Erklärung.

Seit 36 Jahren veranstalten die Commerzbank und die Stadt Hilden die Unicef-Gala in der Stadthalle. Ich bin einige Jahre nicht dabei gewesen. Das kann den Blick schärfen. "Die Unicef-Gala ist ein großartiges Geschenk für Hilden", hat Bürgermeisterin Birgit Alkenings am Samstag gesagt. Das stimmt. Zugegeben: Bei anderen Benefizveranstaltungen gibt es mehr roten Teppich und Blitzlichtgewitter, die Promi-Dichte im Publikum ist höher. Stars gibt es aber auch bei der Unicef-Gala Hilden, großartige Künstler ihres Fachs. Warum kommen die eigentlich aus der ganzen Welt ins kleine Hilden? Weil es um eine gute Sache geht, notleidenden Kindern in aller Welt zu helfen.

Natürlich auch, weil man Gala-Erfinder und Moderator Heribert Klein deshalb nur schwer einen Wunsch abschlagen kann. Alle Künstler wohnen im Hotel am Stadtpark: ein kleines, aber sehr angenehmes Haus mit allem Komfort. Familie Römer kümmert sich dort persönlich um die Künstler. Die Stars lernen sich ungezwungen kennen. So entwickelt sich ein besonderes Zusammengehörigkeitsgefühl - die "Unicef-Familie". Ganz wichtig auch: Die Stadthalle ist keine riesige Konzerthalle oder Arena, sondern eher ein intimer Saal, in dem sich Stars und Publikum ganz nah kommen können. Das Publikum feiert jeden, wirklich jeden Auftritt mit standing ovations. Es herzt und drückt die Künstler mit seinem Beifall an sich - und erobert so auch Weltstars wie im Fluge. Dann kann man - wie auch am Wochenende - spüren, wie Energieströme zwischen Publikum und Künstler hin und hergehen. So entstehen magische Momente. Und besonders zu Herzen gehende: Tenor Ricardo Tamura aus Brasilien hatte erst abgesagt - eine Gehirnblutung. Dann stand er doch auf der Bühne, gerade aus der Reha entlassen. Der ganze Saal ist aufgestanden wie ein Mann und hat Tamura mit seinem Applaus wie einen guten Freund in den Arm genommen und ganz fest gedrückt. Er hatte Tränen in den Augen - und viele im Publikum auch. Und dann hat der Star der Metropolitan Opera gesungen - zum ersten Mal seit seinem schweren Schicksalsschlag. Und ihm war anzusehen, was ihm das bedeutete. Diese großartige Gala berührt wirklich die Herzen. Nach fünf Stunden Dauerklatschen tun einem die Hände weh. Und man ist irgendwie erschöpft, aber tief berührt und glücklich.

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Nach so einem Erlebnis kann man nicht einfach ins Bett gehen, auch wenn es schon weit nach Mitternacht ist. Da muss man reden, erzählen: Ich bin mir sicher, den Stars der Gala wird es auch nicht anders gehen. Man sitzt zusammen und durchlebt diesen wunderbaren Abend ein zweites Mal. Dies alles macht die Gala zu einem Geschenk, zu einem wunderbaren Geschenk.

(RP)