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Grevenbroich: Taxi-Unternehmer hadert mit der Telekom

Grevenbroich : Taxi-Unternehmer hadert mit der Telekom

Seit sein Telefonanschluss umgestellt wurde, ist Steven Sürder nicht mehr zu erreichen. Seine 30 Mitarbeiter müssen Däumchen drehen.

Steven Sürder hat ein Problem. Der Taxiunternehmer aus Hemmerden wartet seit Tagen vergeblich auf die Anrufe von Kunden, die von A nach B transportiert werden möchten. Denn er ist telefonisch nicht mehr zu erreichen, nachdem die Telekom seinen Anschluss von Analog auf IP umgestellt hat. Wer vier Mal die Zwei wählt, erhält lediglich die Ansage "Diese Nummer ist nicht vergeben". Und das raubt Sürder mittlerweile den Schlaf. Der Jungunternehmer macht sich Sorgen um die Existenz seiner Firma - und die seiner 30 Mitarbeiter. "Alleine in den vergangenen acht Tagen habe ich Einbußen von etwa 80 Prozent hinnehmen müssen", berichtet der 30-Jährige.

Auf Anraten der Telekom ließ Steven Sürder sich einen auf dem Internet Protokoll (IP) basierten Telefonanschluss einrichten. Umstellungstermin war der 8. Januar - und seitdem ist sein Unternehmen nicht mehr über die bekannte Nummer zu erreichen. "Zwar wurde schnell ein Techniker herausgeschickt, der etwa vier Stunden an meiner Anlage gearbeitet hat - doch leider ohne Ergebnis", schildert der Hemmerdener: "Er hat sich mit den Worten, dass ich kein Einzelfall wäre, wieder verabschiedet."

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Das aber ist kein Trost für Steven Sürder. Seit der vergangenen Woche telefoniert er jeden Tag mit dem "rosa Riesen", um endlich Hilfe zu erhalten - doch: "Trotz aller Bemühungen habe ich bisher keinen Ansprechpartner bekommen, der mir aus der Patsche helfen kann." Es sei nicht einmal möglich gewesen, den Anschluss 2222 auf sein Smartphone umzuleiten.

Weil die Nummer nicht mehr funktioniert, muss Sürders Mannschaft zwangsweise Däumchen drehen. "Wir warten am Bahnhof und in der Innenstadt auf Einsteigerpublikum, ansonsten haben wir derzeit sehr wenig zu tun", schildert der Unternehmer. Die meisten Fahrten würden halt über den Taxi-Ruf abgewickelt, dessen Nummer laut Telekom-Ansage nicht vergeben ist.

"Meine Fahrer sind aus diesem Grund schon gefragt worden, ob wir pleite wären", berichtet Steven Sürder, der in diesem Zusammenhang von "enormen Folgeschäden" spricht. Er hat bereits seinen Rechtsanwalt eingeschaltet, der der Telekom eine Frist bis zum vergangenen Montag setzte, um das Problem zu beheben. "Wir haben keine Antwort darauf erhalten, keine Stellungnahme, gar nichts - als ob wir nicht da wären", sagt der 30-Jährige. Eine Anfrage unserer Zeitung bei der Telekom-Pressestelle blieb gestern ebenfalls unbeantwortet. Bis zum Druck dieser Zeitung lag keine Stellungnahme vor.

Steven Sürder hofft darauf, dass sein Anschluss schnell in Ordnung gebracht wird. "Es ist sehr schwierig, den finanziellen Ausfall zu überbrücken. Ich habe viele festangestellte Mitarbeiter, die bezahlt werden müssen", sagt er. So war der 30-Jährige denn auch nicht amüsiert, als er gestern eine SMS der Telekom erhielt. Die informierte ihn darüber, dass der Änderungsauftrag für den Festnetzanschluss ausgeführt worden sei - und wünschte ihm "viel Spaß mit unseren Produkten".

(NGZ)