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Grevenbroich: Sanierungsfall Feuerwache

Grevenbroich : Sanierungsfall Feuerwache

Die Feuerwache ist in desolatem Zustand, nun sollen Sanierungskosten für die gravierendsten Defizite ermittelt werden. Von Barbara Kamps Dezernat war mehr gewünscht, aber die Bürgermeisterin sprach ein Machtwort.

Im Rathaus schrillen Alarmglocken: Die Feuerwache an der Lilienthalstraße sei in "desolatem Zustand", heißt es in der Vorlage für den Hauptausschuss. Ohne Abhilfe müsse sogar die "künftige Einsatzbereitschaft der Feuerwehr" in Frage gestellt werden. Die Verwaltung möchte morgen ein "Ja" des Ausschusses, um mit Hilfe eines Fachplaners die Kosten für die Beseitigung gravierender Defizite zu ermitteln. Es geht um die Verbesserung der Personalunterkunft und Beseitigung von Mängeln, die die Unfallversicherung kritisiert hat.

Noch gestern Morgen hatte die Beschlussempfehlung, nach NGZ-Information im Dezernat von Barbara Kamp (FDP) formuliert, anders gelautet, war viel weitergehender. Im Rahmen einer Dringlichkeitsentscheidung solle ein Fachunternehmen beauftragt werden, dezidiert Kosten für Sanierung, Umbau und Erweiterung zu ermitteln. Die Kosten für all das hatte das Architekenbüro Thelenarchitekten bereits auf zehn bis elf Millionen Euro geschätzt — eine Riesensumme für die Nothaushaltskommune.

Das war wohl auch Verantwortlichen im Rathaus zu viel: Bürgermeisterin Ursula Kwasny sprach ein Machtwort. Verwaltungschefin, Kämmerin und Vertreter der Dezernate steckten die Köpfe zusammen, fanden eine "abgespeckte" Empfehlung. Von einer Dringlichkeitsentscheidung ist nun nicht mehr die Rede. Wie Baudezernent Claus Ropertz erklärt, soll schrittweise saniert werden. "Als erstes sollen die größten Mängel beseitigt werden."

Damit scheint auch der diskutierte Neubau einer Feuerwache vom Tisch. Überlegungen dafür hatte Feuerwehrchef Udo Lennartz Ende 2010 dem Ausschuss vorgestellt, Kosten nach NGZ-Information: rund zwölf bis 13 Millionen Euro. So mancher Politiker hielt angesichts dieser Zahlen den Atem an. CDU-Fraktionschef Norbert Gand fand klare Worte: "Der Wunsch nach einer komplett neuen Wache als Ersatz für die heutige ist angesichts des Defizits zurzeit maßlos."

Dass die Anfang der 80er Jahre errichtete Wache zu klein ist, ist seit langem bekannt. Schon 2009 beinhaltete der Brandschutzbedarfsplan eine lange Maßnahmenliste. Einige Mängel: Teure Fahrzeuge müssen auf dem Hof abgestellt werden, da Platz in der Halle fehlt. Noch prekärer die Situation fürs haupt- und ehrenamtliche Personal. Bei der Eröffnung der Wache arbeiteten dort drei Hauptamtler, heute 33. 2014 sollen es 43 — acht pro Schicht — sein, doch der Platz fehlt.

Und statt der erforderlichen 150 Alarmspinde gibt's in der Wache nur 78. Das Wohnzimmer der ehemaligen Hausmeisterwohnung teilen sich fünf Mitarbeiter als Büro, die Stadt spricht von "an Zumutung grenzenden Arbeitsbedingungen".

(NGZ)