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Grevenbroich: Kampf um den Vorsitz im CDU-Stadtverband

Grevenbroich : Kampf um den Vorsitz im CDU-Stadtverband

Die CDU bereitet sich auf eine Kampfabstimmung vor. Denn es gibt zwei Kandidaten, die sich am Mittwochabend um den Parteivorsitz bewerben: Der Chef des Stadtverbandes, Benedikt Jerusalem (50), stellt sich zur Wiederwahl, sein Herausforderer ist Fraktionsvorsitzender Norbert Gand (62). Er hatte im September überraschend seine Kandidatur angekündigt.

Ursprünglich sollte schon am 5. Oktober gewählt werden. Wegen der zu dieser Zeit noch laufenden Kirmes-Saison wurde der Termin jedoch um zwei Wochen nach hinten verschoben. Nicht ohne Grund: jede Stimme zählt. Zumindest für Benedikt Jerusalem. Er stammt aus dem Ortsverband Wevelinghoven, der mit rund 70 Mitgliedern deutlich kleiner ist das Lager von Norbert Gand — sein Ortsverband Grevenbroich zählt immerhin gut 220 Köpfe. Gut möglich, dass er auch die CDU in seinem Geburtsort Kapellen im Rücken hat.

Hat Benedikt Jerusalem damit schon verloren? "Auf keinen Fall", zeigt sich der 50-Jährige kämpferisch: "Ich denke, dass ich den vergangenen beiden Jahren eine vernünftige Arbeit geleistet habe." Er habe sich vorgenommen, das Profil der Union zu schärfen, öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen zu organisieren und den Dreiklang von Fraktion, Partei und Bürgermeisterin zu erreichen. "Das ist mir gelungen", meint Jerusalem. Er gibt sich zuversichtlich: "Wir waren ein gutes Team im Vorstand — und werden so weitermachen."

Norbert Gand sieht indes die Zeit für einen Wechsel gekommen: "Die beiden Vorsitze sollten in einer Hand liegen", meint der 62-Jährige: "Damit haben wir gute Erfolge verbucht — etwa 1999, als wir mit Michael Heesch als Partei- und Fraktionschef 49 Prozent bei der Kommunalwahl holten und maßgebliche Kraft in Grevenbroich wurden." Gand will daran anknüpfen: "Vor allem mit Blick auf die wichtigen Aufgaben, die in den nächsten zwei bis drei Jahren auf uns zukommen."

Streit gebe es während der Kampfabstimmung in der Union nicht, beschwört Gand: "Das, was am Mittwoch passiert, ist ein normaler demokratischer Vorgang."

(NGZ)