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Grevenbroich: Polizei warnt vor Trickbetrügern

Grevenbroich : Polizei warnt vor Trickbetrügern

Sie verschenken Rosen, schicken eine schwangere Frau vor oder geben sich als Taubstumme aus: Betrüger entwickeln immer neue Methoden, um Beute zu machen. In Grevenbroich häufen sich die dreisten Tricks der Kriminellen.

Von wegen Romantik: Wer von Fremden in der Grevenbroicher City rote Rosen geschenkt bekommt, muss nicht fürchten, sein Herz zu verlieren. Vielmehr muss er gut auf sein Portemonnaie aufpassen. Vom mit Rosen Beschenkten zum Opfer von Betrügern ist es häufig nur ein kleiner Schritt. Die "Rosenmasche" erfreut sich bei Kriminellen großer Beliebtheit. Bei der Polizei ist das Problem bekannt. Aber die Betrüger werden immer kreativer, wenn es darum geht, sich neue Methoden auszudenken. Die NGZ stellt dreiste Tricks von Betrügern vor und sagt, wie sich Bürger schützen können.

Die Rosenmasche

Statt eines Rendezvous wollen die Betrüger vor allem Geld und Wertsachen. "Meist junge Mädchen überreichen eine Rose und bitten vehement um eine Spende", sagt Hans-Willi Arnold, Sprecher der Polizei im Rhein-Kreis Neuss. Als Opfer suchen sie sich vor allem Senioren aus. Holen diese dann ihre Geldbörse raus, rücken ihnen die Betrüger auf die Pelle und stehlen Geld aus dem Portemonnaie. "Wenn jemandem fremde Menschen sehr nahe kommen, ist Vorsicht angesagt. Es ist ratsam, räumliche Distanz zu schaffen."

Die Taubstummen-Methode

Dabei gehen die Betrüger ähnlich vor, wie bei der Rosenmasche. Statt Blumen drücken sie ihren Opfern allerdings ein Schreiben in die Hand, dass sie als Mitglied einer – eher fantasievollen als seriösen – Taubstummenorganisation ausweist. Auch hier gilt: Will das Opfer spenden und holt das Portemonnaie raus, greifen die Täter mit geschickten Tricks zu. "Generell sollte sich niemand auf solche Bargeld-Spenden einlassen", sagt Arnold. Wer spenden möchte, sollte sich nicht nur über den Empfänger informieren, sondern das Geld auch überweisen – natürlich nicht mit einem Fremden und potenziellen Betrüger im Schlepptau.

Das Geldautomat-Chaos

Bei dieser Methode lauern Betrüger ihren Opfern am Geldautomaten auf. Hat das Opfer den PIN eingegeben, werden die Täter aktiv. Sie beschimpfen das Opfer, sorgen für Chaos am Automaten und nutzen die Verwirrung, um die mögliche Höchstsumme auszahlen zu lassen – und dann mit den Scheinen zu verschwinden. "Wenn es zu so einem Chaos kommt, sollte sofort die Abbruch-Taste gedrückt werden", betont Hans-Willi Arnold. Dann gehen die Täter leer aus und müssen ihre Masche abbrechen.

Die schwangere Frau

Wer kann da schon "Nein" sagen? Eine schwangere Frau klingelt an der Tür, sagt ihr sei übel und bittet um ein Glas Wasser. Wird sie hereingebeten, achtet sie darauf, dass die Haustür offen bleibt. Eine zweite Person nutzt die Gelegenheit dann für einen Diebeszug. Die Masche ist eine Variante von "Der falsche Gas-Wasser-Installateur" und "Der falsche Stadtwerker". "Auch dabei geht es darum, ins Haus des Opfers zu gelangen – und die Tür für einen Komplizen geöffnet zu lassen", erklärt Arnold.

Der Enkeltrick

Er ist schon fast der Klassiker unter den Betrugsmaschen. Der vermeintliche Enkel ruft an und sagt, er brauche dringend Geld. Dieses hole ein Bekannter ab. "Nicht zahlen und im Zweifelsfall den Enkel selbst anrufen", rät Arnold.

(NGZ)