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Grevenbroich: Stadt verkauft Haus Neurath

Grevenbroich : Stadt verkauft Haus Neurath

Der bisherige Pächter wird künftiger Besitzer: Die Stadt wird das Haus Neurath an den Gastronom Stavros Sakaris verkaufen. Dafür hat sich der Rat ausgesprochen, der Vertrag soll im Juni unterzeichnet werden.

Haus Neurath hätte das gleiche Schicksal ereilen können wie die Erfthalle — den Abriss. Denn die 600 000 Euro, die in die Sanierung des Gebäudes gesteckt werden müssen, fehlen der unter Finanznot leidenden Stadt. Diese Zeche wird künftig Stavros Sakaris übernehmen. Der jetzige Pächter wird ab Juni Besitzer des großen Restaurants. Für den Verkauf der stadteigenen Immobilie hat sich der Rat jetzt einstimmig hinter verschlossenen Türen ausgesprochen.

Landrat Hans-Jürgen Petrauschke hatte zuvor dem Verkauf zugestimmt — über den Preis für das aus den 1970er Jahren stammende Gebäude aber schweigen sich Stadtverwaltung und Politiker aus. Und auch Gastronom Stavros Sakaris will über Geld nicht sprechen — nur so viel: "Für mich stehen künftig hohe Kosten für die Sanierung an. Denn die Substanz von Haus Neurath hat in den vergangenen Jahren sehr stark gelitten."

Hohe Ausgaben für Sanierung

Der 38 Jahre alte Gastronom — verheiratet, ein Kind — will das Gebäude mit dem 300 Menschen fassenden Saal wieder auf Vordermann bringen. Eines der teuersten Projekte wird die Dachsanierung sein, die alleine 200 000 Euro verschlingen dürfte. "Wir werden das schrittweise vornehmen, nicht alles auf einen Schlag", kündigt er an.

Trotz Privatisierung: Die Feuerwehr kann in den nächsten beiden Jahren im Untergeschoss des Hauses Neurath verbleiben. Ein Umzug ist für 2014 geplant, dann soll zwischen Neurath und Frimmersdorf ein neues Gerätehaus für den Löschzug entstehen. Auch die Sebastianus-Bürgerschützen — sie haben einen Versammlungsraum und einen kleinen Schießstand im Haus — bleiben vorerst an ihrem angestammten Platz. Der künftige Besitzer geht davon aus, dass der Vertrag mit der Stadt im nächsten Monat geschlossen werden kann. Vorher gelte es jedoch, noch einige Unklarheiten zu beseitigen. So müsse etwa noch geklärt werden, wem ein seit etwa 40 Jahren im Haus stehender Transformator gehöre.

Die Grevenbroicher Ratspolitiker zeigen sich zufrieden mit dem sich nun anbahnenden Verkauf der städtischen Immobilie. "Nach langem Hickhack ist doch noch etwas daraus geworden — und das ist letzendlich gut für den Ort", meint SPD-Chef Daniel Rinkert: "Denn das Restaurant ist so etwas wie der gesellschaftliche Mittelpunkt Neuraths, dort fühlen sich alle zu Hause." Auch Edgar Uebber (CDU) begrüßt den baldigen Verkauf an den bisherigen Pächter: "Damit können wir den Neurathern ein Stückchen Heimat erhalten — was uns mit der Erfthalle in Frimmersdorf leider nicht gelungen ist."

Und auch Willibert Müller (Aktive Bürger) ist angetan vom Verkauf: "Haus Neurath wurde zu einem fairen Preis für beide Seiten veräußert", sagt er und meint: "Davon soll auch das Dorf Neurath profitieren." Geplant sei nämlich, den Verkaufserlös vor Ort wieder einzusetzen — etwa in die Neugestaltung des 6000 Quadratmeter großen Wellenbad-Geländes, das eine weitere offene Baustelle für die Grevenbroicher Politiker markiert.

(NGZ)