Grevenbroich: Eltern kämpfen gegen Kita-Abzocke

Grevenbroicher reichen Petition ein : Eltern kämpfen gegen Kita-Abzocke

Zu wenig Betreuungsplätze, zu hohe Gebühren - Eltern kämpfen weiterhin für bessere Bedingungen.

Zu wenig Betreuungsplätze, zu hohe Gebühren: Eltern aus Grevenbroich kämpfen weiterhin gemeinsam für bessere Bedingungen.

Nach Meinung vieler Erziehender ist es Glückssache, in Grevenbroich einen Betreuungsplatz für sein Kind zu finden. Zu teuer seien die Plätze auch, und der Kita-Navigator müsse dringend überarbeitet werden. Inzwischen sind es 1200 Eltern, die sich in der Facebook-Gruppe Kita-Abzocke. Nein danke" stark machen. Außerdem gibt es eine Online-Petition mit dem gleichen Namen, die von bislang 345 Eltern (Stand: Mittwochmorgen) virtuell unterschrieben wurde. Aus der virtuellen Realität heraus sind es vier Administratoren, die auch in der wahren Welt nach Lösungen suchen - bislang aber keine zufriedenstellenden erreichten. "Wir fühlen uns nicht wirklich ernst genommen", fasst Nina Kunze, eine der Mitstreiterinnen, zusammen.

Anstelle bloß zu mosern, wurde im März das Gespräch mit Bürgermeister Klaus Krützen sowie dem für das Ressort verantwortlichen Dezernenten Michael Heesch gesucht. "Seitdem gab es aber von der Stadt keine weitere Resonanz", beschreibt Nina Kunze, berufstätige Mutter von drei Kindern, den Stand der Dinge. Verzweifelte Eltern berichteten in der Gruppe weiterhin, wie sie "schlicht nicht die Betreuung für ihre Kinder finden, die sie suchen", die sogenannten Sofortmaßnahmen funktionierten nicht - und vor allem beim Thema "Kita-Gebühren" sähen viele rot. "Ginge es nach mir, gäbe es gar keine Kindergartengebühren oder wenigstens eine sozialverträglichere, also gerechtere Staffelung", formuliert Rebecca Siebert, Mutter eines kleinen Sohnes und Initiatorin der Facebook-Gruppe, eine Forderung.

Auch bei der Nutzung des Kita-Navigators gibt es nach Meinung der Internet-Gruppe Handlungsbedarf. "Uns wurde in Aussicht gestellt, dazu mit Paul Janus sprechen zu können", heißt es zu einem Termin mit dem Fachdienstleiter. "Wir bleiben am Ball" sagen beide Frauen stellvertretend für die Gruppe. Jetzt haben sie eine Online-Petition gestartet und bislang 300 Unterschriften gesammelt. Klaus Krützen: "Was wir im Gespräch zugesagt haben, setzen wir um." Dass Druck im Kessel ist, sei ihm klar. "Ich stelle mich dem Thema", manches aber könne er nicht realiseren, eine Abschaffung der Kita-Gebühren beispielsweise widerspreche den Auflagen des Haushaltssicherungskonzepts.

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