1. NRW
  2. Städte
  3. Grevenbroich

Grevenbroich: Frost löchert Straßen

Grevenbroich : Frost löchert Straßen

Eis und Schnee sind geschmolzen, zurück bleiben etliche Löcher im Asphalt. In der Südstadt und in der Innenstadt ärgern sich viele Grevenbroicher über die Ruckelpisten. Was die Stadt jetzt gegen die Winterschäden unternimmt.

Wenn Frank Hausmann in der Südstadt ins Auto steigt, fährt er Schlangenlinien. Das muss er, um den zahlreichen Schlaglöchern auszuweichen. "Auf der Von-Stauffenberg-Straße gab es schon immer viele Schäden im Asphalt. Aber so schlimm wie jetzt war es noch nie." Die Löcher seien so tief, dass sie bequem mit dem Zollstock ausgemessen werden könnten.

Nachdem Schnee und Eis geschmolzen sind, ist überall deutlich: Der zweite Frostwinter hat die Straßen gelöchert. Der Landesbetrieb Straßen NRW hat bereits Ausbesserungsbedarf für viele Autobahnen, Bundes- und Landstraßen festgestellt. In den Städten häufen sich die Ruckelpisten — auch, weil bestehende Löcher aus Kostengründen oft nur notdürftig geflickt werden können. In Grevenbroich müssen Autofahrer, besonders solche mit tiefergelegten Wagen, und Radfahrer an vielen Stellen vorsichtig sein, etwa in der Südstadt oder an der Karl-Oberbach-Straße.

"So schlimm war es noch nie"

Klar ist: Die Schäden des Winters zu beheben, wird teuer. "Die Verwaltung hat bereits höhere Mittel für die Straßenunterhaltung angemeldet — 450 000 statt bislang 280 000 Euro", erklärt Stadtsprecher Andreas Sterken. "Wir sind dabei, die Schäden zu erfassen. Wenn die Straßenkontrolleure neue Schlaglöcher feststellen oder Bürger solche melden, werden die Löscher zunächst mit Kaltasphalt verfüllt." Im Gegensatz zum Streusalz ist dieses Material laut Sterken ausreichend vorhanden. Wenn es wärmer wird, rücken die Arbeiter "im Sommer mit dem länger haltenden Heißasphalt an oder erneuern die komplette Decke". Die Schlaglöcher aus dem vergangenen, ebenfalls strengen Winter seien, so Sterken, alle verfüllt oder durch Deckenerneuerungen beseitigt — etwa auf der Nordstraße.

UWG-Ratsherr Carl Windler (28) war bereits vor dem Winter unzufrieden — und ist es immer noch. Er hatte sich im Herbst mit dem Fahrrad auf Schlagloch-Suche begeben und hatte der Stadt eine Liste mit rund 35 Straßenschäden geschickt — samt der Bitte um schnelle Behebung. "Was jetzt nicht repariert wird, wird uns nach dem Winter noch mehr kosten", befürchtete er.

Die Stadt erklärte, dass die meisten Schäden bekannt seien und keine Unfallgefahr darstellten. "Die Verwaltung unterscheidet zwischen Mängeln und Gefahrenstellen, die Argumentation ist abenteuerlich", so Windler gegenüber der NGZ. "Sollen wir warten, bis Mängel zur Gefahr werden?" Viele der notierten Schäden seien nicht behoben. "Man muss sich — ebenso wie beim Vorschlag, das Tiergehege zu schließen —, fragen, was der Steuerzahler für sein Geld noch erhält."

In welchem Zustand sind die Straßen in Grevenbroich? Rufen Sie am Montag von 12 bis 13 Uhr NGZ-Redakteurin Daniela Buschkamp unter Tel. 02181 695-16 an oder schreiben Sie an daniela.buschkamp@ngz-online.de.

(NGZ)