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Grevenbroich: Entscheiden über City-Zukunft

Grevenbroich : Entscheiden über City-Zukunft

Heute Abend diskutieren die Planungspolitiker darüber, ob Grevenbroich sich beim Landesprogramm "Aktive Orts- und Stadtteilzentren" bewerben soll. Allerdings müsste die Nothaushaltskommune auch selbst investieren.

Neue Impulse für die Innenstadt setzen — dieses Ziel verfolgt das "Integrierte Stadtentwicklungskonzept" mit zahlreichen Punkten. Heute Abend werden die Grevenbroicher Planungspolitiker darüber diskutieren. Denn: Das neue Gesicht gibt es für die Nothaushaltskommune nicht gratis.

Zum Hintergrund: Die "Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DSK)" hat ein Konzept für die Zukunft der City erarbeitet. Damit könnte sich Grevenbroich beim Landesförderprogramm "Aktive Orts- und Stadtteilzentren" bewerben. "Unsere Aussichten auf eine Förderung sollen gar nicht mal so schlecht sein". meint Rathaussprecher Andreas Sterken. Aber: Wenn die Stadt Geld vom Land erhält, muss sie selbst einen Anteil zusteuern.

Beispiel: Würde das Land 2,4 Millionen Euro investieren, müsste Grevenbroich jedes Jahr 144 000 Euro beisteuern — und das fünf Jahre lang. Bei einer Stadt mit einem Haushaltsdefizit von 21 Millionen Euro sei das nicht vorauszusetzen. Und: Sobald dieser Eigenanteil nicht geleistet werden könnte, müsste die gesamte Fördersumme zurückgezahlt werden.

Ein Grund, sich gar nicht erst zu bewerben? "Nein", meint CDU-Fraktions-Chef Norbert Gand, der sich bisher für eine Entwicklung der Innenstadt stark gemacht hat. Zwar stehe die Meinung der CDU zur Bewerbung noch nicht fest; sie soll erst kurz vor der Sitzung gebildet werden. Dennoch hält der Unionspolitiker diese finanzielle Verpflichtung für überschaubar — verglichen mit dem Nutzen, den eine Förderung bringen würde: "Auch wenn wir Nothaushaltskommune sind, können wir doch nicht die städtebauliche Entwicklung komplett einstellen."

Dazu böte das Konzept zu viele Chancen. Und: "Wir müssen uns um die Attraktivierung des Zentrums bemühen", ist Gand überzeugt. Einige Beispiele, bei denen die Konzeptentwickler für Grevenbroich Handlungsbedarf sehen: "Städtebauliche Schwächen zeigen sich durch fehlende Raumkanten, zahlreiche Baulücken, ungenutzte Brachen, sanierungsbedürftige Fassaden sowie die fehlende Markierung der Stadteingänge."

Aufgerüstet werden müssten besonders zwei Bereiche — das dicht bebaute Bahnhofskarree sowie die Bereiche Bahn- und Montzstraße. An der Bahnstraße — so auch die Ergebnisse der Bürgerworkshops — wurde etwa Grün vermisst. Zudem sorgte das Parkraumkonzept zwischen Ostwall und Kreisverkehr bei den Anwohnern für "Unzufriedenheit".

Bei beiden Straßen wurde gleichermaßen die hohe Zahl der sanierungsbedürftigen Fassaden und Gebäude bemängelt.

(NGZ/rl)