Grevenbroich: "Plan B" für Erfthalle: Initiative ist verärgert

Grevenbroich : "Plan B" für Erfthalle: Initiative ist verärgert

Die Bürgerinitiative zum Erhalt der Erfthalle vertritt nach eigenen Angaben etwa 2400 Mitglieder der Frimmersdorfer und Neurather Vereine. Und die könnten den Politikern bei nächster Gelegenheit einen Denkzettel verpassen, kündigt Sprecher Hans Brüggen an: "Es kann und darf nicht immer nur über die Köpfe der Bürger hinweg Politik gemacht werden."

Grund für den Unmut sind die jüngsten Nachrichten aus dem Rathaus: Dort wurden in dieser Woche hinter verschlossenen Türen die Pläne für ein Vereinshaus vorgestellt, das die Erfthalle ersetzen soll. Das Problem: Nach Informationen der NGZ lässt sich ein solches Gebäude aus Lärmschutzgründen in ganz Frimmersdorf nicht realisieren. Bedeutet: Der vielzitierte "Plan B" funktioniert nicht so, wie sich das die Politiker vorgestellt haben.

"Diese Aussage gibt unserer Vermutung neue Nahrung, dass die Verantwortlichen in der Stadt vollendete Tatsachen schaffen wollen: Also die Erfthalle abbrechen und dann den Bürgern langsam beibringen, dass für einen Ersatzbau kein Geld da ist", meint der Frimmersdorfer Unternehmer Hans Brüggen. Für ihn steht fest: "Die Erfthalle ist von der Lage und der Infrastruktur her durch keinen anderen Standort zu ersetzen."

Diese Meinung vertritt auch Willi Spieß, der ebenfalls Mitglied der Initiative ist. Er kritisiert: "Die politische Spitze der Stadt hat in der Sache Erfthalle überhaupt kein Konzept, sie stolpert von einer Peinlichkeit in die nächste. Sie ist sich nur in einem einig: Der Abriss der Erfthalle muss her", sagt der Vorsitzende der RWE-Pensionärsvereinigung.

Spieß zweifelt daran, dass die notwendige Brandschutzsanierung der Erfthalle mehr als 1,6 Millionen Euro kosten wird, wie es Sachverständige der Stadt bestätigt haben. "Dieses Gutachten ist mit völlig überfrachteten Baumaßnahmen so teuer gerechnet worden, dass niemand bereit ist, zu investieren", meint Willi Spieß. Die Initiative hat selbst einen Experten beauftragt, der voraussichtlich am 20. Juli sein Gutachten vorstellen will.

Die beste Lösung aus der Sicht von Willi Spieß: "Die Erfthalle zu einem symbolischen Preis von einem Euro an einen Investor aus der Baubranche übergeben."

Hier geht es zur Bilderstrecke: Demo für Erfthalle und Haus Neurath

(NGZ)
Mehr von RP ONLINE