Grevenbroich: GWG setzt auf Öko-Strom

Grevenbroich : GWG setzt auf Öko-Strom

Das Gas- und Wasserwerk (GWG) setzt auf Wasser, Wind und Sonne, der Versorger beschafft den Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien. Bald soll sich das erste GWG-Windrad drehen, eine Bürger-Solaranlage ist geplant.

Der Bundestag hat den Atomausstieg beschlossen und die Energiewende in Deutschland eingeläutet. GWG ist schon um einiges weiter. "Der von uns gelieferte Strom stammt bereits jetzt, ohne Aufpreis für den Kunden, zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien – und das schon vor der Katastrophe in Fukushima", betont Geschäftsführer Willi Peitz. "Damit helfen Grevenbroicher, den Kohlendioxidausstoß zu reduzieren."

Der für die Schlossstädter gekaufte Strom wird zu mehr als zwei Dritteln weit im Norden produziert, vor allem aus Wasserkraft in Norwegen (64 Prozent). Aber auch Wind in Schweden (fünf Prozent) und Wasser in Österreich (13 Prozent) sorgen für Energie an der Erft. GWG steigt zudem selbst in die Stromerzeugung ein. "Wir haben uns auf die Fahnen geschrieben, bei regenerativen Energien verstärkt aufzutreten ", so Willi Peitz. Einige Beispiele:

Windkraft Schon bald soll sich auf der Vollrather Höhe das erste Windrad von GWG drehen – eine 3,6-Millionen-Euro-Investition. "Alle nötigen Genehmigungen liegen vor, wir möchten die Windkraftanlage Ende des Jahres in Betrieb nehmen", erklärt Peitz. Das Windrad des Typs Enercon hat eine Nabenhöhe von 108 Metern und 2300 Kilowatt Leistung. Der damit produzierte Strom reicht für rund 1500 Haushalte. "Wir denken daran, in Grevenbroich weitere Windräder aufzustellen", erklärt Peitz. Der Platz auf der Vollrather Höhe sei aber "weitestgehend" erschöpft. "Wir appellieren deshalb an die Politik, den neuen Weg mitzugehen und neue Flächen auszuweisen."

Bürger-Solaranlage Auch beim Strom aus Sonnenkraft will GWG aktiv werden: "Wir überlegen, eine große Bürgersolar-Anlage zu errichten, haben dafür bereits mit der Bürgemeisterin gesprochen", sagt der Geschäftsführer. Solche Projekte wurden unter anderem in Neuss und Kaarst verwirklicht. Das Prinzip: Bürger werden als Gesellschafter Miteigentümer der Solaranlage und erhalten aus den Einnahmen aus der Einspeisevergütung eine Rendite. GWG würde als ein Partner auftreten

Mini-Kraftwerk Seit 2009 testet GWG in Gindorf ein erdgasbetriebenes Brennstoffzellenheizgerät – damals das erste in einem Privathaushalt in NRW. GWG verspricht sich davon einen höheren Wirkungsgrad und weniger Kohlendioxid als bei Großkraftwerken.

Stromleitungen RWE Power ist in der "Bundeshauptstadt der Energie" zwar der größte Stromerzeuger – aber längst nicht der einzige: Energie aus 208 Anlagen mit 15 Megawatt Gesamtleistung, darunter 13 Windrädern, 188 Photovoltaik-anlagen und vier Blockheizkraftanlagen, wird ins öffentliche Netz eingespeist. Doch das muss für diese Produzentenvielfalt fit gemacht weden: "2011 investieren wir in den Ausbau des Leitungsnetzes rund 800 000 Euro", sagt Peitz.

(NGZ)
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