Grevenbroich: 200-Meter-Windräder für die Vollrather Höhe

Grevenbroich: 200-Meter-Windräder für die Vollrather Höhe

Die Firmen Energiekontor und Germania wollen fünf bis zu 200 Meter hohe Windräder errichten. Sie sollen zwölf kleinere Rotoren ersetzen.

Die Windkraftanlagen auf der Vollrather Höhe sollen erneuert werden - und dabei ist Großes geplant. Bis zu 200 Meter hoch sollen die fünf Windkraftanlagen reichen, die die Firmen Energiekontor in Bremen und Germania in Rheine Ende 2016 dort errichten möchten. Dafür sollen zwölf kleinere Rotoren aus den Jahren 1995 und 1999 abgebaut werden. Vertreter der Firmen stellten jetzt in Grevenbroich die Pläne vor.

Insgesamt 15 Rotoren mehrerer Firmen drehen sich zurzeit auf der Halde. "Die Anlagen, die wir abbauen wollen, sind veraltet, sie sollen durch leistungsfähigere ersetzt werden", erklärt Projektkoordinatorin Claudia Mahlstedt von der Firma Energiekontor das Repowering.

Die bisherigen 72 und 100 Meter hohen "Windmühlen" haben eine Leistung von je 0,6 beziehungsweise einem Megawatt. Mit der nun vorgesehenen Technik stoßen die Betreiber in neue Dimensionen vor. "Wir möchten Windkrafträder mit einer Höhe zwischen 150 und 200 Metern errichten. Zurzeit ist an 199-Meter-Räder gedacht, die Planung kann sich aber noch ändern", so Mahlstedt. Die Leistung je Rotor soll 2,75 bis fünf Megawatt betragen. Damit wären die neuen Rotoren die leistungsstärksten im Stadtgebiet. Die modernsten heutigen Anlagen auf der Vollrather Höhe gehören mit 150 Metern Größe der Zwei-Megawatt-Klasse an.

Klar ist: Die geplanten Riesen werden weithin sichtbar sein, schließlich ist die Vollrather Höher selbst mehr als 180 Meter hoch. "Wir planen größere Anlagen, dafür aber weniger, die sich zudem langsamer drehen und die damit weniger störend wirken", erläutert Cerstin Kratzsch, Sprecherin von Energiekontor. Im Rathaus werden die Pläne begrüßt. "Die vorhandene Vorrangzone kann nach dem Repowering effizienter genutzt werden. Das ist im Interesse der Stadt. Die Gesamtleistung auf der Vollrather Höhe würde dann 18,6 statt heute 15,7 Megawatt betragen", erläutert Ralf Müller vom städtischen Fachbereich Planung. Er sieht weitere Vorteile: "Eine geringere Zahl von Anlagen bedeutet weniger Schall-Emission und Schattenwurf."

Auch im Planungsausschuss wurden die Pläne positiv aufgenommen. Im Rahmen der Diskussion um die geplanten Windräder bei Wevelinghoven hatten Politiker mehrerer Parteien betont, dass die Erneuerung der vorhandenen Anlagen Vorrang haben solle. Der Stadtrat hat die Ausweisung neuer Windkraft-Vorrangzonen abgelehnt.

Bis die Mega-Rotoren aufgestellt werden können, ist aber noch einiges zu tun. Einstimmig empfahl der Planungsausschuss dem Rat, das Verfahren für die erforderliche Bebauungsplanänderung einzuleiten. Dabei werden auch Umweltaspekte und die Frage des Landschafsbildes erörtert. Auch eine Genehmigung der Luftaufsicht ist nötig. Einen Vorgeschmack auf die Mega-Rotoren bieten die zwölf Anlagen, die zurzeit auf der Königshovener Höhe, auf Bedburger Gebiet, errichtet werden. Die 200-Meter-Windräder sind bis zur Umgehungsstraße bei Wevelinghoven zu sehen.

(NGZ)
Mehr von RP ONLINE