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Ein Ärztezentrum in der 8000-Seelen-Gemeinde Uedem.

Landärzte : Uedem bekommt ein Ärztehaus

Tatiana Witkiewicz baut in der Tönisstraße ein Ärztezentrum. Für das Haus sollen Allgemeinmediziner, ein Kinderarzt, ein Neurologe und ein Heilpraktiker gewonnen werden. Bürgermeister Rainer Weber spricht von einer „Sensation“.

Nach zwei Jahren der Planung sind nun die ersten Bagger an der Uedemer Tönisstraße angerollt. Der Untergrund wird bereits aufwendig aufbereitet. Auf diesem lässt Bauherrin Dr. Tatiana Witkiewicz nun in den nächsten zwölf bis 15 Monaten ein insgesamt 800 Quadratmeter großes Ärztehaus errichten. Realisiert wird das Projekt vom Düsseldorfer Architekten-Büro querstrichdrei.

„Ich bin furchtbar stolz, dass es nun endlich losgeht“, sagt die 46-jährige Witkiewicz, die bisher mit ihrem Ehemann Dr. med. univ. Markus Witkiewicz in einem Hausarztzentrum in Sonsbeck wirkte. Nun aber ziehe es sie in die Selbständigkeit. Ihr Mann bleibe in Sonsbeck. Witkiewicz habe sich bei der Suche nach einem geeigneten Standort auf den Umkreis von Uedem fokussiert, habe aber zunächst keinen Erfolg gehabt. Doch dann kam die Allgemeinmedizinerin, die mitsamt ihrer Familie in Uedemerbruch wohnt,   mit Bürgermeister Rainer Weber ins Gespräch; das brachte den Erfolg. „Von Anfang an haben uns die Verwaltung und die Lokalpolitik viel Vertrauen entgegengebracht“, sagt Witkiewicz. Weber machte die Umsetzung des Projekts zur Chefsache, nun sagt er: „Ein solches Ärztehaus ist für ein kleines Dorf wie Uedem eine Sensation.“

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Schon jetzt ist klar: Neben Witkiewicz hat auch schon ein Kinderarzt zugesichert, eine Praxis in dem neuen medizinischen Zentrum beziehen zu wollen. Doch die Ärztin denkt noch größer. So soll etwa ein Gynäkologe, ein Neurologe, ein Heilpraktiker, ein Sportmediziner und ein Osteopath den Weg nach Uedem finden. Es werde außerdem an Kardiologen und Radiologen gedacht. „Wir wollen die Menschen hier von der Geburt bis zum Tod begleiten“, sagt Witkiewicz. Man befinde sich mit potentiellen Kandidaten bereits in Gesprächen, das Interesse an dem Ärztehaus sei groß. Auch sei es denkbar, dass sich ein Pflegedienst in dem neuen Gebäude ansiedele. Tatiana Witkiewicz selbst ist Ärztin für Naturheilverfahren, Anästhesie, Palliativ- und Notfallmedizin sowie Osteopathie. „Wir wollen hier ein sehr breites Spektrum der medizinischen Betreuung anbieten“, sagt die Mediziner und Mutter. Außerdem wolle sie in Uedem auch medizinisch ausbilden, immerhin haben Tatiana und Markus Witkiewicz ihre Wirkungsstätte in Sonsbeck von der Universität zu Düsseldorf als Lehrpraxis akkreditieren lassen.

Bürgermeister Weber zu Folge sei der Ärztemangel in Uedem zwar noch nicht akut. Immerhin habe man vor vier Jahren die Hausärztin Irmgard van Bebber-Hansen für die 8000-Seelen-Gemeinde gewinnen können. „Noch sind wir in Uedem gut aufgestellt. Allerdings werden auch unsere Ärzte älter. Wir müssen auch mittelfristig zusehen, den Bedarfen gerecht zu werden“, sagt der Verwaltungschef. Er sei froh, dass auch alle  Ratsfraktionen  bei der Initiative mitgezogen hätten.

„Der Bau dieses Ärztehauses ist sicher ein Höhepunkt der vergangenen Jahre in Uedem“, sagt Rainer Weber. Probleme, die bei der Planung aufgetreten seien, habe man immer zügig im Kollektiv aus Bauherrin, Politik und Verwaltung lösen können. Auch der Kreis habe, so Weber, in „sensationeller Schnelligkeit“ die Genehmigung erteilt. Das zeige: Das Bauvorhaben werde von einer großen Unterstützer-Schar getragen. „Wir wollen hier einen Ort schaffen, an dem Menschen Gutes getan wird“, sagt Witkiewicz.