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19-Jähriger aus Goch hat App entwickelt, die Leute zueinander bringt

App aus Goch : So trifft man sich - dank einer App

Gerade junge Leute verbringen sehr viel Zeit online. Dabei können soziale Medien auch dazu dienen, sich zu verabreden. Ein angehender Student aus Goch entwickelt eine App, die dies zum Ziel hat. Crowdfunding-Projekt startet.

Zu seinen bevorzugten Freizeitaktivitäten gehört, mit Freunden einen gemütlichen Spieleabend zu verbringen. Oder – ebenfalls mit Freunden – zur späten Stunde in einem Club zu entspannen. Unternehmungen also, bei denen sich Menschen ganz altmodisch, analog sozusagen, treffen.  Aber der Weg dorthin ist gar nicht mal immer so einfach, findet Jan, zumal auf dem Land, wo die Freunde nicht immer in der Nachbarschaft wohnen. Jan Hecker jedenfalls hat sein Talent zum Programmieren dazu genutzt, eine App zu entwickeln, die es leichter machen soll, sich zu verabreden. Nicht nur mit Bekannten, sondern auch mit bislang fremden Gleichgesinnten.

Viele, die What’sApp, Instagram und andere Dienste nutzen, sind einfach nur online unterwegs. Sie tauschen sich aus über das, was sie gerade machen, posten Urlaubsfotos oder blödeln herum, aber das, was doch eigentlich am schönsten ist, kommt zu kurz: spontan mit Freunden was Tolles unternehmen. Und das können ja auch gerne Leute sein, die man bisher noch nicht kannte und deren Handynummer man also nicht hat. Jan: „Ich fand schon lange erstaunlich, dass es eine App, die das leisten könnte, bisher nicht gibt.“ Den Anlass zu seiner Entwicklung habe ein Besuch in Hamburg gegeben. Der Gaesdoncker Schüler, der im  Corona-Jahr sein Abitur machte, nahm dort an einem Seminar der Konrad-Adenauer-Stftung teil. Abends war den jungen Leuten langweilig. „Es ging uns aber nicht um große Events, eher um WG-Partys oder eine Möglichkeit, mit Leuten, die sich dort auskennen, etwas zu unternehmen.“ Eine geeignete Plattform musste offenbar erst noch „erfunden“ werden. Jan machte sich ans Werk.

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„Ich habe schon früh begonnen, Minecraft-Mods und dann mit Java zu programmieren, da kann man  übers Internet im Selbststudium eine Menge lernen. Gemeinsam mit einem Informatikstudenten aus Österreich habe ich dann die App ,SipTogether’ aufgebaut. Eine Vorstufe steht inzwischen im Netz, verfügbar sein soll das Ganze in einigen Monaten.“ Die beiden Jungs brauchen Geld für die Unternehmensgründung, um die Marke anzumelden und vielleicht für externes Spezial-Know-How. In Kürze soll ein Crowdfunding starten: Wer die Unternehmensidee gut findet, spendet eine kleinere oder größere Summe und wird dadurch natürlich Mitglied der (vielleicht weltweiten?) Sip-Community.

Denn was erst einmal in Goch und Kleve startet, soll demnächst über postende Freunde und über Pin-Wände an Hochschulen und Universitäten verbreitet werden. Adressaten sind junge kommunikative Leute nicht nur in der heimischen Region. Die App erkennt, wo der Teilnehmer sich aufhält und zeigt ihm an, wer in der Nähe ansprechbar wäre, etwas zu unternehmen. „Das geht öffentlich oder halb-öffentlich, jeder kann selbst entscheiden, wie viel von sich er preisgeben möchte.“ Ein Gruß ist möglich, ein Chat oder eine Anfrage. „Auch eine Navigation gehört dazu, so kann man gleich sehen, wie lange man braucht, um jemanden oder einen Ort zu erreichen“, erzählt Jan.

Der angehende Student, der sich gerade um ein Stipendium bemüht,  möchte Wirtschaftsinformatik in Mannheim studieren. Und parallel dazu  nach Möglichkeit seine Firma aufbauen. Wenn dann noch Freizeit übrig bleibt, weiß der Gocher ja, wie er Freunde zum Ausgehen finden kann. Voraussetzung ist, dass sich möglichst viele Interessierte bei „SipTogether“ anmelden. Wer bei der Gründung hilft, bekommt je nach Unterstützersumme ein T-Shirt oder einen Hoodie (Kapuzen-Sweatshirt) mit dem frisch designten „Sip“-Logo dazu.