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Handball: Neusser HV für den ATV etwas zu groß

Handball : Neusser HV für den ATV etwas zu groß

Handball-Oberliga: TV Aldekerk – Neusser HV 32:36 (18:21). Die Enttäuschung auf Seiten der Aldekerker war an allen Ecken und Enden sichtbar. Christoph Kleinelützum hatte sich seiner Schuhe entledigt und führte gedankenverloren die Flasche Wasser zum Mund. Einmal, zweimal, dreimal – es machte den Anschein, als würde er dabei von irgendeiner Kraft gesteuert.

Wenn seine Augen und Ohren in diesem Moment überaus etwas wahrnahmen, dann hätten sie eine tanzende Gruppe rot-gewandeter Neusser Spieler gesehen, die ihre Freude über den soeben erreichten 36:32-Sieg feierten. Dabei skandierten sie "Spitzenreiter, Spitzenreiter – hey, hey, hey!" Und wer aus der siegreichen Mannschaft nach einem intensiv geführten Spiel noch über genügend Kraft verfügte, der wuchtete den nicht gerade federleichten Trainer René Witte in die Höhe – die anderen ließen es bei einer Umarmung.

Das waren Szenen, wie sie der TV Aldekerk, der bis dato in dieser Saison in heimischer Halle noch keinen Punkt abgegeben hatte, vermeiden wollte.

Doch an diesem Abend ging aus Aldekerker Sicht vieles nicht auf, was sich Mannschaft und Trainer vorgenommen hatten. Das größte Manko, mit dem sie fertig werden mussten, war die Verletzung von Abwehrchef und Kreisläufer Markus Nacken, der – wie zu erfahren war – aus dem Abschlusstraining einen eingeklemmten Nerv davon getragen hatte. "Unser Physiotherapeut hat eine Stunde vor dem Spiel alles versucht, um ihn fit zu bekommen", berichtete ATV-Trainer Burkhard Heesen von den vergeblichen Bemühungen. Die Folgen zeigten sich im Spiel – Christian Welzel harmonierte mit dem auf die Nacken-Position gewechselten Tobias Culm nicht ganz so gut.

ATV-Torhüter ohne Fortune

Das war mit ein Grund dafür, dass nach einem ordentlichen Beginn die Gastgeber nach einer Viertelstunde ein erstes Mal mit zwei Toren in Rückstand gerieten. Der bis dahin gut haltende Florian Lindenau bekam plötzlich keine Hand mehr hinter die Würfe der Neusser Andreas Mailänder, Kim Neuenhofen und des Kreisläufers Phillip Schneider. Besser wurde es auch nicht, als Lindenau Platz machte für Christian Thommessen. Der Tabellenführer hatte zwischen den Pfosten zunächst mit dem ehemaligen Issumer Andreas van Leuck, später dann mit Max Jäger eindeutige Pluspunkte auf seiner Seite.

Den zwischenzeitlichen Fünf-Tore-Rückstand konnte der ATV mit einer offensiv ausgerichteten Abwehr bis zehn Minuten nach der Pause zweimal in Folge bis auf einen Treffer verringern. Doch ausgleichen konnte er das Ergebnis nicht. In der 38. Minute beim Stand von 23:24 scheiterte der an diesem Abend stark spielende Stefan Pietralla am Neusser Keeper. Sieben Minuten später – 25:26 hieß es – fand Thomas Plhak von der Strafwurflinie seinen Meister in dem kurz vorher eingewechselten Jäger.

Innerhalb von nur drei Minuten bauten die Gäste, bei denen Jens Todtenhöfer im Angriff überragend gut Regie führte, die Führung dann wieder auf vier Tore aus. Die Partie war damit gelaufen. Am Ende durften die Gäste über einen verdienten 36:32-Sieg jubeln. "Abgesehen von einigen unverständlichen Schiedsrichterentscheidungen gegen uns, haben zu wenige meiner Spieler wirklich gebrannt", sagte ATV-Trainer Heesen nach der Partie. In der ersten Halbzeit habe seine Mannschaft "keine Einstellung zum Gegner gefunden".

ATV: Lindenau, Thommessen – Pietralla (9), Kleinelützum (8), Reich (5), Liedtke (3), Welzel (3), Greven (2), Culm (1), Plhak (1), Opper.

(RP)