Fußball : Die Spätstarter

Vor der Saison noch als Favorit gehandelt, belegt der SV Sevelen II in der Kreisliga B, Gruppe 3, nach der Hinrunde nur den neunten Tabellenplatz. Nach einer Aufholjagd erkämpft er sich die Relegation und letztlich den Aufstieg.

Die Reserve des SV Sevelen, das ist schon eine richtig gute Truppe. Gespickt mit vielen ehemaligen Bezirksligaspielern und vielen jungen Fußballtalenten gehörte das Team bei den meisten Trainern in der Kreisliga B in dieser Saison zu den Aufstiegsfavoriten. Jedoch verkaufte sich Sevelens Zweite anschließend wieder einmal unter Wert. Nur fünf Siege und Tabellenplatz neun lautete die Zwischenbilanz nach der Hinrunde. Anschließend folgte jedoch eine Aufholjagd bis auf den Relegationsplatz — und der Aufstieg in die Kreisliga A.

Doch davon war nach der Winterpause trotz guter Vorbereitung zunächst noch nichts zu sehen. Sevelens Trainer Thorsten Fronhoffs reagierte und stellte die Mannschaft um. "Ein Fabian Lotoszynski spielt seitdem vorne, ein erfahrener Thomas Scharfschwerdt hinten", nennt Fronhoffs zwei wichtige Beispiele. Hinzu kam, dass Neuzugang Daniel Kocian endlich spielberechtigt war und Torjäger Jens Schwevers nach vielen kleinen Verletzungen wieder richtig fit wurde.

"Das Potenzial in der Mannschaft war immer da, aber wir konnten es oft nicht abrufen. Wir haben uns zu viel Druck gemacht", sagt der Trainer. Druck war nun genau das, was sein Team nicht mehr spürte. Von einem Tabellenneunten erwartet niemand mehr Wunder. Doch es gab in dieser Saison einen Umstand, der das Unmögliche möglich machen sollte: Außer dem souveränen Spitzenreiter GSV Geldern konnte sich keine Mannschaft nennenswert absetzen.

Sevelen feierte den ersten Sieg im neuen Jahr, den zweiten und den dritten. Die Spieler fanden immer mehr Spaß am Fußball, sowohl in der Liga, als auch mit guter Beteiligung beim Training und steckten sich ein Ziel: Platz drei. "In der Mannschaft hat nie jemand von Aufstieg gesprochen, nur ich habe insgeheim mit meinem Co-Trainer Marcel Bachor und dem Vorstand darüber diskutiert, dass noch alles möglich ist", verrät Fronhoffs nun.

Vier Spieltage vor Saisonende ist Sevelen vorne dabei, der Rückstand auf Platz zwei beträgt aber immer noch acht Punkte. Im direkten Duell gegen Broekhuysen verringert Sevelen ihn auf fünf Zähler. "Das war der Knackpunkt", sagt Fronhoffs. Broekhuysen wurde nervös, Sevelen siegte und schob sich am letzten Spieltag nur wegen der besseren Tordifferenz auf Platz zwei.

Im Vergleich zu dieser fulminanten Aufholjagd war dann die Relegation um den Aufstieg in die Kreisliga A für die Sevelener das kleinere Problem. Mit zwei Siegen qualifizierte sich das Team rechtzeitig vor der Sevelener Kirmes für die höhere Liga. Jetzt konnte gefeiert werden.

(vdp)