Viktoria Alpen zieht Lehren aus der letzten Saison

Fussball : Saisonziel: Einstelliger Tabellenplatz

Fußball-Kreisliga A: Beim SV Viktoria Alpen haben sie in aller Ruhe einen Kader von 25 Spielern aufgebaut. Trainer Jörg Schütz ließ sich dabei nicht unter Zeitdruck setzen. In die neue Saison will er demnächst mit 24 Akteuren starten.

Der frühe Vogel fängt bekanntlich den Wurm. Nur in Alpen nicht und zumindest, wenn es sich um neue Fußballer für die Viktoria handelt. Bis zum offiziellen Wechseltermin am 1. Juli fand sich auf der Liste der Neuzugänge mit dem aus der zweiten Mannschaft des Clubs aufgerückten 26-jährigen Stürmer Phillip Brand lediglich ein wechselwilliger Spieler ein. Einen Monat danach ist klar: Früh muss nicht sein, denn inzwischen hat Trainer Jörg Schütz gleich acht neue Akteure in seinen Reihen begrüßen dürfen.

Goldene Zeiten für den Coach? Im vergangenen Jahr startete Schütz mit 20 Akteuren in die Saison. Und musste mit ansehen, dass diese Zahl für höhere Ansprüche in der Liga zu knapp gewählt war. Verletzungen, Sperren und berufsbedingte Absagen verhinderten, dass am Ende der Saison mehr als der dritte Rang heraussprang. „An manchen Sonntagen fehlten gleich sieben Stammspieler“, erinnert sich Schütz. Momentan stehen 25 Feldspieler und drei Torhüter auf der Liste des Trainers, der die Zahl aber noch herunter schrauben wird. „24 Spieler werden es am Ende der Vorbereitung sein“, plant er noch einen Schnitt.

In der Vorbereitung mit ihren fünf Testspielen durften alle Neuzugänge vorspielen. Die meisten Einsatzminuten gab es für Phillip Brand, der seine Chance nutzte und bereits als Torschütze aufgetreten ist. Aus den eigenen Reihen des Vereins stammend sammelten auch Fabian Pikarski, im vergangenen Jahr noch im Sturm der dritten Vertretung zu Hause, sowie Luca Coenen, mit Jahrgang 2000 Jüngster im Bunde und daher auch noch für die A-Junioren vorgesehen, Pluspunkte.

Mitteldfeldspieler Mike Hintze und Boris Oymann, schon in der Bezirksliga in Xanten als Defensivfachmann tätig, stammen vom Nachbarn aus Bönninghardt. Da ruht inzwischen der Ball, in Alpen wollen beide wieder ihr Können unter Beweis stellen. Nach zweijähriger Pause vom Spielbetrieb und zuvor für Alemannia Kamp auf dem Platz meldet sich Luca Coenen in der Liga zurück. Der 24-Jährige wäre ein weiterer Kandidat für das Mittelfeld der Viktoria.

Markus Trinkert (28) bewirbt sich um die Position zwischen den Pfosten. Er wohnt in Lintfort, arbeitet bei einer Krankenkassenvertretung in Rheinberg und will in Alpen nach zweijähriger Pause und vorherigen Stationen in Möllen, bei Wacker Dinslaken und dem VfB Lohberg den Konkurrenzkampf mit den erfahrenen Torhütern Patrick Dahm und Andreas Maaß aufnehmen. Sein Vorgänger Stefan Hebbering steht wegen eines Kreuzbandrisses nicht mehr zur Verfügung, wird dem Team aber in neuer Funktion erhalten bleiben. „Er ist unser Schäuble“, verrät Schütz, wer künftig für die Mannschaftskasse verantwortlich ist.

Der mit 38 Jahren nun Älteste im Kader der Viktoria ist zugleich auch der letzte, der den Weg nach Alpen fand. Obwohl der Kontakt zu Björn Kluckow schon einige Monate zuvor zu Stande kam. Zufällig, wie sich Alpens Teammanager Ulrich Rassier erinnert. „Wir haben uns damals in Mönchengladbach im Stadion gesehen“, erklärt er. Nach Kluckows Abschied von der DJK Labbeck-Uedemerbruch war der Weg nach Alpen frei. Der Routinier soll die Lücke vor der Abwehrreihe füllen, die der Wechsel von Tobias Schmitz zum Bezirksliganeuling VfB Homberg II hinterlassen hat. Der frühere Sonsbecker Verbandsligaspieler kommt zudem als „Glücksbringer“, denn mit den Labbeckern, dem TuS Xanten und auch dem SVS gelangen ihm bereits Meisterschaften und Aufstiege.

„Er will sein letztes Jahr bei uns spielen“, verrät Rassier, der Kluckow als Vorbild sieht. „Er ist ein Spieler, der immer voran geht“, erklärt er. Nicht mehr der Jüngste und nicht der Schnellste, aber „einer mit Auge“. „Für uns gibt es kein Alt oder Jung, sondern nur ein Gut oder Schlecht“, versichert Alpens Teammanager.

„Es läuft gut in Alpen“, blickt Schütz sowohl auf die Zusammenstellung des Teams, als auch auf die gute Zusammenarbeit mit Rassier und Betreuer Mark Wormann. Blieben zwei Punkte: Der im vergangenen Dezember so böse verletzte und am Knie operierte Dan Tooten befindet sich im Aufbautraining. „Das wird aber noch dauern“, beendet der 25-Jährige alle Hoffnungen auf ein baldiges Comeback. Die Mannschaft wird es also zumindest in der Hinrunde noch ohne ihn schaffen müssen. „Wir haben ja an Dans Verletzung gesehen, was alles passieren kann“, nutzt Schütz die Vorlage, um die Erwartungen rund um das Team, das bei der Ligakonkurrenz als einer der Favoriten für den Aufstieg gehandelt wird, zu bremsen. „Wir reden erst einmal von einem einstelligen Tabellenplatz“, sagt er. Na ja, ist eben so wie mit dem frühen Vogel in Alpen.

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