1. NRW
  2. Städte
  3. Geldern

Straelen: Das wird Straelens neue Trauerhalle

Straelen : Das wird Straelens neue Trauerhalle

Die Entscheidung ist gefallen: Als Ersatz für das nicht mehr standsichere Gebäude auf dem Friedhof am Ostwall kommt eine Konstruktion des Architekturbüros Kleinlützum + Hiller aus Neukirchen-Vluyn. Baubeginn im November.

Weiß strahlen die Wände im Sonnenlicht. Sanft geschwungen stehen sie hintereinander, gestaffelt, immer wieder unterbrochen durch Glasflächen. Leicht wirkt die Konstruktion, massive Mauerflächen sucht man vergebens. Eine Architektur, die das Preisgericht überzeugt hat. Es setzte den Entwurf des Büros Kleinlützum + Hiller aus Neukirchen-Vluyn im Architektenwettbewerb auf Platz eins. Diese Konstruktion, so die Jury, soll die alte Trauerhalle auf dem Friedhof am Straelener Ostwall ersetzen. Ein Votum, dem sich der Ausschuss für Stadtentwicklung, Planen, Bauen und Umwelt anschloss.

Der Handlungsbedarf in Sachen Trauerhalle war spätestens im Frühjahr 2017 deutlich geworden. Da erreichten die Durchbiegungen der Glasbausteinfassaden der alten Halle ein bedenkliches Maß. Auch der Riss in der Bodenplatte gab laut Stadtverwaltung Anlass zur Besorgnis. Die Fassaden wurden abgestützt und die Schäden weiter untersucht. Das Ergebnis: Eine Sanierung würde zwischen 400.000 und 600.000 Euro kosten. Der Statiker empfahl einen Neubau. Dem folgte der Rat und stellte das Geld dafür im Haushalt 2018 zur Verfügung: 600.000 Euro.

Die beiden neuen Gebäude sind unmittelbar der Leichenhalle zugeordnet. Knapp 113 Quadratmeter groß ist die Trauerhalle, in der die Trauerzeremonien stattfinden. Sie verfügt vor dem Haupteingang über ein Vordach, um die gewünschten 100 Stehplätze zu erreichen. In dem Raum gibt es 60 Sitz- und 70 Stehplätze. Das Einhalten von Intimität und Privatsphäre der Trauergäste hat für den Architekten oberste Priorität. Dies gelinge durch die vertikalen Glaselemente, wodurch der Raum Kraft und Ruhe ausstrahle und eine sensible Verbindung zwischen Innen- und Außenraum herstelle. Gegenüber dem Haupteingang befinden sich der Aufbewahrungsbereich und der Platz für den Redner und den Geistlichen. Auf der dahinter liegenden linken Wandscheibe ist eine Projektionsfläche für den Beamer vorgesehen. Die Fensterflächen sind so angeordnet, dass sie dem Sonnenstand folgen, man im Innenraum aber nicht geblendet werden kann.

Die WC-Anlage befindet sich im zweiten Gebäude. Es gliedert sich in Behinderten-WCs für Damen und Herren sowie in einen Sanitärbereich für Friedhofsmitarbeiter. Trauerhalle, WC-Trakt und Leichenhalle sind durch eine Überdachung verbunden.

Die Grabplatte aus dem Jahr 1704, die für Straelen hohen Wert hat, wird in das neue Gebäudeensemble integriert. Sie wird auf der Wandscheibe angebracht, die das Ensemble nach Nordosten abschließt, und dient als Ausstellungsort beziehungsweise Präsentationsfläche.

Das alte Rundfenster (Rosette) des niederrheinischen Künstlers Reinhard-Maria Bongartz wird ausgebaut, gesichert und in einer Wandscheibe integriert, um es so optimal zu präsentieren. Es ist denkbar, es von der Rückseite her zu beleuchten und vorne mit einer Sicherheitsscheibe zu schützen. Möglicherweise wird das Rundfenster zu einem Sammelpunkt für die Trauergemeinden. Es ziere den Außenbereich als eigenständiges Objekt, so das Architekturbüro, schaffe aber zugleich eine Verbindung zwischen Innen- und Außenraum.

Die endgültige Entscheidung fällt der Stadtrat in seiner Sitzung am 5. Juni. "Vorher soll noch ein Treffen zur Durchsprache verschiedener Punkte stattfinden", berichtete Baudezernent Harald Purath. Nach der, voraussichtlich positiven, Ratsentscheidung seien rund acht Wochen für die Genehmigungsplanung zu kalkulieren, danach noch mal acht Wochen für die Baugenehmigung. Es folgt die Ausschreibung. Der Baubeginn wäre demnach etwa Anfang November.

(RP)