Heimatverein der Erkelenzer Land mit neuem Heimatbuch

Heimatverein Erkelenz präsentiert neues Buch: Stadtgeschichte in 15 Kapiteln

Der Abriss des Immerather Doms, historische Erkelenzer Eidtafeln und ein Porträt über Priester Leo Heinrichs, für den seit 1934 im Vatikan ein Seligsprechungsverfahren besteht – 294 Seiten ist ein neues Heimatbuch über Erkelenz stark.

Ein beklemmendes Dokument der aktuellen, tragischen Zeitgeschichte durfte nicht fehlen: die Zerstörung des Immerather Doms. Dem Abriss für den Braunkohlenabbau ist in der neuesten Publikation des Heimatvereins der Erkelenzer Lande eine fast 30-seitige Bilderserie gewidmet, die Guido Abels zusammengestellt hat. „Das Ende des Immerather Doms“ ist nur ein Thema von mehreren, mit dem der Heimatverein in einem neuen Buch an die Öffentlichkeit tritt.

Ein Thema – ein Buch. Diese Regelung gilt nicht grundsätzlich für die Reihe der Schriften des Heimatvereins der Erkelenzer Lande. In diesem Jahr legt der zum siebten Mal einen Band vor, in dem Beiträge von 15 Autoren zusammengefasst sind. Das Buch mit dem Titel „Aus der Geschichte des Erkelenzer Landes“ ist der 31. Band in der abwechslungsreichen Schriftenreihe. „Wir wollen mit diesem Sammelband Autoren ein Forum geben, die nicht ein ganzes Buch schreiben, sondern kleinere Beiträge erstellen, die alle dokumentationswürdig sind“, sagte Günther Merkens, der Vorsitzende des Heimatvereins, bei der Buchpräsentation. Die Autoren hätten interessante Beiträge aus der Zeitspanne vom Spätmittelalter bis hin zur Gegenwart geschrieben. „Und gerade diese Vielfalt macht den Sammelband so interessant für den Lesern“, befand Merkens.

Die Autoren kommen zum Teil aus dem Kreis der Heimat- und Familienforscher, zum Teil aber auch aus der Geschichtswissenschaft, und dabei vornehmlich von der Universität Mannheim, zu der der Heimatverein seit einiger Zeit gute Kontakte hat. Federführend bei der Erschaffung dieses Werkes war Hubert Rütten, der Leiter des Arbeitskreises „Erforschung und Darstellung des Geschichte“ im Heimatverein.

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„Das Thema Braunkohle musste irgendwie in dieses Buch hinein“, sagte Rütten. Es gehöre zur Geschichte der Stadt. Das Thema spielt auch eine Rolle in einem zweiten Beitrag: Wolfgang Lothmann stellt das „Virtuelle Museum“ der Stadt Erkelenz vor, in dem momentan der durch die Braunkohlegewinnung vernichtete Erkelenzer Osten dokumentiert wird. Ebenfalls mit einem Zustandsbericht beschäftigt sich Hans-Josef Broich, der die Kunst im Erkelenzer Straßenbild zum Inhalt eines Betrags gemacht hat. In einem zweiten Text beschäftigt er sich mit „Leo Heinrichs – ein Leben im Glauben“. Seit 1934 besteht im Vatikan ein Seligsprechungsverfahren für den katholischen Priester, der aus Oestrich stammt.

Seit einigen Jahren besteht mit Professor Hiram Kümper eine rege Verbindung zwischen dem Heimatverein und dem Historischen Institut der Universität Mannheim. „Erste Frucht dieser Zusammenarbeit war 2016 die Herausgabe der aus dem 16. Jahrhundert stammenden Chronik von Matthias Baux“, sagte Rütten. „In dem neuen Sammelband stammen nun vier Beiträge aus dem Institut.“ Unter anderem schreibt Kümper über die Erkelenzer Eidtafel, „ein Stück materieller Rechtskultur aus dem Alten Rathaus.“ Zum ersten Mal an der Gestaltung eines Buches des Heimatvereins beteiligt war Markus Fränzgen, der das Layout entwarf: „Für mich war bei der Lektüre interessant, hautnah mitzuerleben, wie sehr sich Erkelenz im Laufe der Jahrhunderte entwickelt hat.“

„Jeder trägt das bei, was er kann“, sagte Bürgermeister Peter Jansen. Der Heimatverein schaffe eine Plattform, damit gemeinsam etwas entstehen könne, was Stadtgeschichte darstelle. Gerade ein Sammelband wie dieser sei ein guter Einstieg für alle diejenigen, die einen ersten Einblick bekommen wollen. „Mit Sicherheit wird auch dieser Band 31 schnell ausverkauft sein.“ Den Dank an die Stadt erwiderte Merkens gerne. Das Stadtarchiv habe ebenso wie das Archiv der Christkönig-Pfarrei und Sponsoren die Arbeit an dem Buch tatkräftig unterstützt.

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