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Zehn neue Busse bei der WestVekehr mit mehr Platz für Rollstuhlfahrer und Kinderwagen

Linienverkehr im Kreis Heinsberg : Zehn neue Busse bei der WestVerkehr steigern Barrierefreiheit

Für mehr als 2,6 Millionen Euro hat die WestVerkehr zehn Linienbusse gekauft. Die bringen Vorteile für Rollstuhlfahrer und Kinderwagen.

Zwei der fünf Solo- und fünf Gelenkbusse stellte Udo Winkens, Geschäftsführer der WestVerkehr GmbH, am Donnerstag vor dem Verwaltungsgebäude des Nahverkehr-Unternehmens in Geilenkirchen vor. „Sie sind mit dem Modernsten ausgerüstet, was heute möglich ist“, sagte er.

Und das ist eine gute Nachricht für alle, die nicht leichtfüßig in einen Bus springen, sondern im Rollstuhl, mit Rollator oder Kinderwagen unterwegs sind: Die Busse haben innen und außen einen blauen Knopf, dessen Betätigung dem Fahrer sagt, dass gehandicapte Fahrgäste oder solche mit Kinderwagen ein- oder aussteigen möchten. In der Mitte der Solobusse finden diese Fahrgäste rechts und links eine Mehrzweckfläche in Fahrtrichtung, so dass nun auch zwei Rollstuhlfahrer gleichzeitig mitgenommen werden können. Gelenkbusse haben diesen Bereich an der zweiten Tür und außerdem an der dritten Tür hinter dem Gelenk (für Kinderwagen).

Alle Fahrzeuge sind Niederflurbusse mit Rampe, die der Busfahrer auf den Gehsteig klappen kann, und sie können sich absenken (Kneeling-Funktion). Die Pendelschranke vorne beim Busfahrer lässt sich in beide Richtungen wegschieben, so können bewegungseingeschränkte Menschen jetzt auch vorne aussteigen.

„Gerade auf all diese Mobilitätsmerkmale haben wir bei der Beschaffung der Fahrzeuge größten Wert gelegt“, unterstrich Winkens. Und so sollen auch die künftigen Neuanschaffungen ausgestattet sein. Für mehr Sicherheit und Komfort sorgen zusätzliche Haltestangen und Griffe, zusätzliche Haltewunschknöpfe, Videokameras und eine Klimaanlage. Wie alle neuen Busse seit 2014 erfüllen auch die zehn Linienfahrzeuge die geltende Abgasrichtlinie Euro 6. In diesem Jahr hat die West schon 13 ältere „Stinker“ ausrangiert.

In den Fahrzeugen erklärte Dieter Tillmanns, Leiter der Werkstatt, Details der neuen Busse: den Kinderwagenplatz mit Klappsitz, Halteschlaufen für Rollatoren, vier Behinderten-Sitze mit niedrigem Stopp-Knopf. Der Motor ist mit Kühlung nach hinten links gewandert, so könnte bei Bedarf eine dritte Tür eingebaut werden.

Testen durfte den neuen Rampeneinstieg und Rollstuhlplatz Norbert Voigt aus Hückelhoven, der mit seinem Elektrorollstuhl nach Geilenkirchen gebracht worden war. Er hat vor allem am Wochenende Probleme, wenn Partnerunternehmen der West mit ganz normalen Bussen unterwegs sind oder in einem modernen Bus bereits ein Rollstuhlfahrer den dafür vorgesehenen Platz belegt hat. Jetzt ist Platz für zwei, und Udo Winkens versprach, mit den Unternehmen zu reden, dass sie am Wochenende nur mit Rampe Linie fahren. Zudem könnte man auch einem Partnerunternehmen einen der modernen Busse zur Verfügung stellen. Norbert Voigt strahlte: „Das wäre für uns eine große Hilfe.“ Alle Probleme sind für den Hückelhovener noch nicht gelöst, wenn er mal alleine auf Tour rollen will, aber er betont: „Die modernen Busse sind schon eine Verbesserung.“